Eine vorerst letzte Etappe Schweiz und Tessin steht an.
Das Hausklettergebiet der Locarnese, Arcengo und der Hausberg der Locarnese, der Corona dei Pinci, riefen.
Wobei eigentlich war unser Ziel das Klettergebiet Arcegno, welches mit tiptop scharfem Gneis in allen Varianten aufgewartet hatte:
Platten, Auflieger, Leisten, Risse, Minileisten, Sloper, Quarzkanten, Quarznöppeli in steil, flach, abdrängend und immer griffig.
Ein super nettes Gebiet, verstreute Felsen im Wald in allen Ausrichtungen. Nur eine zu klassische Verschneidungsroute hat uns abgeworfen.
Und irgendwann waren wir voller Mückenstiche und uns ist die Haut an den Fingern ausgegangen.
Also sind wir ein wenig auf Maroniesuche fürs Znacht im Kastanienwald um Arcegno gegangen. Nach dem sehr gelungenen und reichlichen Znacht (liebe WG – wir kochen für euch mit!) hat Cécile nach einem weniger sportlichen Tag gefragt (Basho: „Klettern wäre da was…“). Oder halt spazierengehen. Brauchte es nur noch ein Ziel mit Namen und ein klein wenig Anspruch: Corona dei Pinci tönt aus aktuellem Anlass gut. Ökologisch vor der Haustür ging es los.
Ganz gemütlich mal mehr mal weniger querfeldein immer aufwärts durch schöne Kastanienwälder, Buchenwälder, vorbei an Alpen und netten Hunden auf den Gipfel. Dort wehte uns ein subtropisch warm feuchter Wind entgegen mit Wolkenfetzen. Mal was ungewohntes – sonst gibt es auf alpinen Touren nur kalte Nebelfetzen vom Wind.
Danach ging es recht zackig „dürab“ an den See, vorbei an bissigen Hunden, grunzenden Schweinen durch pittoreske kleine Siedlungen. Kurz vor dem See mussten wir leider passen – weder gäbe es Seezugang noch Glace (No Money no Glace). Um nicht als Vagabunden aufzufallen und weil wir fusslahm geworden waren haben wir dann unseren Stellplatz wieder mal verschoben.


