Tja, ihr ahnt es schon. Heute soll es, nach Céciles technischem Kletterblog, wieder um etwas Technisches gehen: Rocky der Camper. Das meiste wisst ihr ja schon, aber vielleicht zeigen wir euch noch ein wenig mehr wie wir im Camper leben. Aber zuerst die Hardfacts:
– Hymer Ayers Rock auf Fiat Ducato Basis, 5.4 x 2.7 x 2 m
– mit original Dachzelt um unseren Wohnraum zu erweitern: 2 Etagen & mehr Schlaf-Platz
– Dieselstandheizung (viel Heizleistung und einfach beschaffbarer Treibstoff)
– zusätzlich mit 180 W elastischer Solarplatte
– 100 Ah Lithium Batterie für den Wohnraum (mehr Leistung und weniger Gewicht)
– 500 W Wechselrichter, welcher auf das „220V-Boardnetz“ geklemmt ist
– Crashpad-(Velo-)halter
– einen Satz Rakokisten für unser Outdoormaterial
– Ladungssicherung und Hütte für unsere Rakokisten, bzw. 2. Tisch
– Ambientlight-Lichterkette, da das original Ambilight blau ist…

Danke noch mal Peter (Céciles Vater) für die Hilfe bei der Installation des Solarpanels und Wechselrichter: kein Hexenwerk, aber es braucht Werkzeug, Material und Verständnis was eine gute Idee ist und was nicht. Merci an der Stelle noch mal an Erich für die Hilfe mit der Ladungssicherung!

Ansonsten ist der Camper so, wie er Serienmässig ist: Küchenzeile, Wohnzimmer, Schlafzimmer und 1x1m Bad (mit WC, Waschbecken und Dusche). Zu schätzen gelernt haben wir insbesondere das Dachzelt und die Möglichkeit die Dusche entweder drinnen oder draussen in der Sonne zu nutzen. Es gibt allerdings auch einige Punkte, wo wir uns ein wenig fragen, ob es nicht wirklich das 1. oder 2. Fahrzeug dieser Serie ist: fehlende Schrauben, Schlauchabdichtungen oder ähnliches. Nichts Schlimmes, aber für mich erstaunlich bei einem Auto welches serienmässig so gebaut wird.
Was mich am meisten am Auto stört ist die manchmal sehr unhandliche Grösse (Cécile: Ich möchte keine kleinere Wohnung, als Auto grad noch ok gross), das Navi und die Qualität einiger Ausbauteile. Aber für unsere Zwecke erweisst sich Rocky, mit allen Tunings, als ein solider Begleiter.




Ein wichtiger Punkt bei solchen Fahrzeugen ist das Gewicht. Wir haben Glück, laut Wage wiegt Rocky, je nach Wasserstand, Wein- und Essensvorräten, mit allem Material, zwischen 3.2 und 3.3 Tonnen. Durchaus im Rahmen – auch dank schlanker Passagiere 😛 . Natürlich haben wir bereits vorher lange überlegt und gerechnet was wir alles mitnehmen können. Das Material haben wir in Rakokisten im Heck unter dem Bett verstaut:
– 2x 60m Halbseile, 1x 80 m Einfachseil und 1x 50m Einfachseil, 1x 35m Reepschnur
– Helme, Expressli, Tradklettermaterial, Karabiner für Mehrsseillängen
– Leichtsteigeisen und Leichtpickel (ursprünglich für die Schweiz, nehmen wir nicht noch mal mit Richtung Süden)
– je 2 Paar Kletterfinken, Zustiegsschuhe, leichte Bergschuhe, 1 Paar Joggingschuhe
– Zelt, 3 Rucksäcke, Isomatten, Schlafsäcke (passen nicht mehr in die Rakokisten), Campingkocher da der in der Küche fix installiert ist (alles noch nicht benötigt: wir sind faul geworden 😉 )
– Slackline und Hängematte
– Crashpad hinten am Veloträger
– Stirnlampen, 1. Hilfe
Ansonsten haben wir unsere Kleider, Bücher, Spiele, Laptops und Kleinkram in den Fächern im Auto verstaut. Die von Cécile ertüftelte Aufteilung, was wohin gehört, hat sich mittlerweile als sehr praktisch erwiesen. Genauso wie sich die meistens Arbeitsschritte und Abläufe in der Zwischenzeit gut etabliert haben.


Der Lebensmittelvorrat schwankt immer ein wenig, je nach Ort und Verfügbarkeit, reicht aber, in „maximal“ Ausstattung durchaus für 4 – 7 Tage. Verstaut wird Alles in ein paar Fächern, dem Weinlager, Fussbodenfächern und Kühlschrank. Der Kühlschrank hat je Laune die Fähigkeit alles einzufrieren. Wir haben es ihm wieder mühsam abgewöhnt und hoffen das bleibt so.
Gekocht wird mit Gas. Unsere bis jetzt erste 11kg-Gasflasche langt bis jetzt, da wir nur damit kochen und keine Heizung oder Kühlschrank mit Gas betreiben. Wir sind wohl eher sparsam unterwegs.
Neben Strom und Energie, Platz und Gewicht spielt natürlich Wasser eine entscheidende Rolle im Rocky. Wir haben einen 100 l Wassertank, den wir, je nach dem auch mal als fast zu gross ansehen: mehr ist nicht immer mehr, denn Wasser „vergammelt“ irgendwann von selbst. Da hilft entweder Chemie (zum Beispiel Chlor oder Silberjodid) oder, wenn man das vorherige nicht so mag, Wasser wechseln. Weshalb eben 100l auch mal zu viel sein können. Mittlerweile haben wir es allerdings recht gut im Griff und wechseln das Wasser alle 3 bis maximal 5 Tage. D.h. wir schauen immer, dass wir es dann eigentlich verbraucht haben. Das Brauchwasser wiederum landet, wenn nicht in uns als Trinkwasser, oder beim duschen draussen in der Natur, meistens im Grauwassertank. Da wir fast nur biologisch abbaubare Seife, Shampo, Abwaschmittel und Zahnpasta einsetzen, ist das Duschen im Freien kein Problem, aber unser Grauwasser wird dann im Tank natürlich auch biologisch abgebaut. Anders formuliert heisst das; es stinkt beim fahren! Durch die Fahrtbewegung leeren sich die Sifons und ihr könnt es ja mal zu Hause probieren was mit Abwaschwasser nach 5 Tagen passiert… Man könnte da bestimmt chemisch nachhelfen, tun wir nicht. Fahren bei offenem Fenster und das Grauwasser (wenn immer möglich fachgerecht auf einem Campingservice) entleeren hilft auch. Für den Fäkalientank vom WC verwenden wir ein biologisches Mittel zur Geruchsverminderung und Hemung von Kolibakterien (Achtung Schleichwerbung: Awiwa heisst das Mittel). Für diejenigen ohne Campererfahrung: Es gibt einen Fäkalientank unter dem WC, der als Rollkoffer aus einer Seitenklappe herausgenommen werden kann um ihn zu leeren.

So, nun kennt ihr unseren Rocky von allen seinen Seiten, und wir reisen mit ihm und euch ans nächste Ziel…