Nach Valencia wollte ich unbedingt in Calpe eine Mehrseillänge am Penyal d’Ifac machen. 2010 bin ich bei einem Familienurlaub schon einmal auf den massiven Fels direkt am Meer hochgewandert. In Erinnerung blieb eine 360° Fernsicht und drei Katzen, die scheinbar dort oben wohnten, weit entfernt von Häusern und allfälligen Katzenbesitzern. Calpe als Stadt war mir nicht mehr in Erinnerung – muss es auch nicht. Wir würden die Stadt nicht weiterempfehlen, ein durch und durch touristischer Ort ohne jeglichen Charme. Ohne Corona wären hier im Sommer wohl Hunderte oder Tausende? Von Sauftouristen am Party feiern und auf Liegestühlen dicht an dicht… Übernachtet haben wir auf einem Campingplatz mittendrin, sehr hoher Standard, sehr kleinbürgerlich, nicht unser Stil. Dafür konnten wir dort Bashos Finken mitnehmen, die er in Siurana neubesohlen und per Post OHNE PROBLEME! Zu diesem Campingplatz senden liess.
Wir starteten also zu einer Mehrseillänge. Sie wird als klassische Route im 5ten Grad angepriesen, wo man Friends mitnehmen sollte „for peace of mind as the bolts are spaced at times“. Es stellte sich als grosses Abenteuer heraus. Der Fels ist sehr glatt, die Hakenabstände gross bis absolut obligatorisch gebohrt und das Legen von Friends nur sehr selten möglich (mit Keilen, Hexentrics und Schlingen für Sanduhren ist man deutlich besser bedient). „Diedro UBSA“ bietet in 9 Seillängen sehr schöne Kletterei mit Abwechslung – Von Verschneidungskletterei über kurze Boulderstellen in steilem Gelände bis feine Plattensequenzen und 8m Abseilstelle mitten in der Wand mit anschliessender Traverse. Die Schlüssellänge 6a forderte jedoch viel von mir. Der Angst, durch die spärliche Absicherung und Absicherbarkeit hervorgerufen, durfte ich während der Kletterei nicht nachgeben – der letzte Haken lag zu weit zurück um umkehren zu können. So kam es, dass ich zurück im Camper erst den Gefühlen freien Lauf liess und mich beruhigen lassen musste. Insgesamt eine Route die ich weiterempfehlen würde, an Leute mit alpiner Erfahrung und starkem Geist. Auf dem Gipfel erwarteten uns übrigens eine schöne Aussicht, viele grosse Möven und zwei Katzen.










Topo von En la montaña…: Peñón de Ifach. Vía „Diedro UBSA“ (250m, 8 largos, V+) (fjalejandre.blogspot.com)
Zwei Tage später brachen wir erneut zu einer MSL an der Steilküste „Sierra de Toix“ auf. Um zum Einstieg zu gelangen seilt man durch ein grosses Loch im Boden oberhalb der Steilküste ab. Die Route befindet sich direkt am Meer und der Rückweg gelingt nur durch klettern. „Via parle“ wird im Internet dementsprechend als ernsthafte Tour mit sehr imposanten Bildern angepriesen. Nach den Erfahrungen in der letzten MSL, hatte ich deshalb etwas Respekt, doch die Bilder waren zu verlockend… Das spektakuläre an dieser Route ist der Ort. Das Abseilen durch das Loch, weit entfernt von einer Wand war zumindest für mich etwas Neues. Die Kletterei ist dann schön, jedoch um ein vielfaches weniger ernsthafter als gedacht. Für Basho hat es viel zu viele Haken, ich jedoch habe Freude an der Entspanntheit dieser Tour.







Unsere letzte Station in der Provinz Valencia ist Sella, respektive eine lange Felswand etwas ausserhalb dieses Dorfes. Zwei Tage Sportklettern im Klettergarten umgeben von richtigen Bergen. Wie so oft in Spanien schätzen wir den sagenhaft kurzen Zustieg. Unser Zuhause steht direkt unterhalb der Wand – in 2min erreicht man den Wandfuss! Neben uns weitere Camper, Spanier und Briten. Am Morgen werden wir durch Tanzmusik aus dem Nachbarbus geweckt – mitten auf dem Platz sitzen die Spanier beim Morgenessen. „Buonas Dias“