Spät Abends überqueren wir die Grenze zu Italien. Die Fahrt durch Frankreich war lang, ereignisarm und vor allem: sehr teuer (wir schimpfen über die Privatisierung der Autobahnen)! Kurz nach der Grenze steuern wir einen Platz am Meer an den wir auf Park4night gefunden haben. Dank dieser App haben wir schon viele hübsche Plätze gefunden und werden auch diesmal nicht enttäuscht. Am Meer, ohne Berge ringsum weckt uns die Sonne früh am Morgen. Wir geniessen es und bleiben liegen ;-). Der Tag wird ruhig mit spazieren, einkaufen, planen und weiterfahren.

„Oltre Finale“, da sind wir wieder! Entgegen unserer Erwartung sind wir nicht die Einzigen (in dieser Kälte!), zwei Schweizer -Büsli und ein Deutsches stossen am Abend zu uns auf den altbekannten Parkplatz (in den warmen Süden). Dieser ist in unserer Abwesenheit zur Hälfte in eine Baustelle verwandelt worden, so dass wir am Morgen vom Lärm des Beton-Mischers geweckt werden. Zeit aufzustehen und Klettern zu gehen! Im Sektor Bauso gehen wir unserem Hobby nach. Ohne Wolken wird es relativ warm, doch am späteren Nachmittag bin ich froh, habe ich noch einen Tee gemacht und meine Handschuhe zum Sichern mitgenommen.
Ich habe mir vorgenommen wieder etwas sportlicher zu werden. Obwohl wir häufig klettern gehen, fehlt mir etwas. Sowohl der tägliche Arbeitsweg mit dem Fahrrad, wie auch das Rumpftraining (wenn immer ich als Physio mit Patienten Rumpftrainings durchführe, mache ich gleich mit) fällt momentan aus – und deshalb habe ich mir vorgenommen wieder einmal wöchentlich joggen zu gehen und Rumpftraining zu machen. Sogleich starte ich damit und nutze den sonnigen Tag – ein Arbeitstag für Basho – für eine Joggingrunde.
Für die Arbeitstage stellen wir den Camper in die Sonne und am Abend nah zu der Steckdose, die wir gefunden haben. Ein bisschen haben wir ein schlechtes Gewissen, da wir nichts bezahlen und die Anderen neben uns bestimmt frieren – aber das Bedürfnis nach Wärme siegt.
Das Wetter soll aufs Wochenende bewölkt bleiben, weshalb wir am Freitag weiterziehen. In Lecco soll es durchgehend sonnig sein.
Dort stossen wir erstmals auf Schnee, als wir spätabends zu einem Klettergebiet fahren, dass sich auf 1100 müM befindet. Hmm, daran haben wir nicht gedacht… Und kalt ist es! Dumm, dass der Parkplatz auf der Westseite des Berges liegt… nach etwas Streiterei (müde und hungrig) entschliessen wir uns all die 13 Spitzkehren wieder nach unten zu fahren und dort ins Gebiet „Torrette“, neben Ballabio zu gehen. Um ca. 20:30 sind wir dann ready zum kochen – ein Glück haben wir noch frische Pasta in Form grosser Teigtaschen gekauft. Dachten wir. Bis heute wissen wir nicht, was für eine lokale Spezialität wir da genau kauften und wie man sie zubereitet: es waren mehr kleine flache und salzige Brötchen aus Pizzateig. Gut zum Dippen und mit Belag waren sie trotzdem.
Die nächsten zwei Tage klettern und frieren wir abwechselnd: Nebel und Wolken sind neben schweizer- und italienischen- Kletterern unsere Begleiter. Ein wenig vermissen wir Spanien…

Torrette (Lecco) 
Carate Urio (Como)
Unser letzter Stopp vor der Schweiz ist Carate Urio am Comer See. Auch dort klettern wir wieder zwei Tage. (Jetzt sind es 4 Tage in Folge – das hatten wir schon lange nicht mehr!). Die Kletterei gleicht einer Halle: Sehr kräftig, meist senkrecht bis überhängend, Leisten-geprägt – perfektes Krafttraining. Ausserdem werden die Tage wieder wärmer, da der Nebel sich aus Lecco verzieht.
In nächster Zeit werden wir wohl eher weniger klettern. In der Schweiz warten die Berge mit dem Schnee auf uns. Und Freunde. Und Familie. Und hoffentlich auch die Sonne.
Und so einfach wir bis jetzt über alle Grenzen gefahren sind, hoffen wir ein paar Wochen später wieder weiterziehen zu können.
In Italien haben wir den Camper mit einer Pizza gefeiert, er hat uns über 11111km weit gebracht! Auf weitere km guter Rocky (oder Ay)!




