Hallo Zurück

Seit einem Monat sind wir nun in der Schweiz, Zeit für einen kurzen Rückblick…

Während Basho sich sogleich auf die Ski gestellt hat (letzter Blogeintrag), habe ich mit meiner besten Freundin Sarah Ferien gehabt. Ferien von den Ferien, so ganz anders – mehr Frauengespräche, kein Klettern, andere Spiele, mehr Spazieren, Backen, Holzofen am Brennen halten, Yoga, Katzen streicheln, Wellnessabend im Hotpot usw.

Nach ca. einem halben Jahr lang, fast immer 24h am Tag mit Basho zusammen zu sein, war die erste Nacht alleine sehr komisch. Die Zeit mit Sarah hat mir jedoch gut getan – unsere jährlich gemeinsame Ferienwoche geniesse ich immer! Beide haben wir uns aber auch gefreut, als dann unsere Männer für ein paar Tage dazukamen. Früher hätte ich das nie verstanden, aber ein bisschen habe ich Basho vermisst…

Mit Basho und Roger machten wir Pizza im Pizzaofen (haben wir ja schon Erfahrung von «El Chorro»), haben uns über die vielen Hirsch-Spuren in der Umgebung gewundert, Esel gestreichelt, Spiele gespielt und eine gute Zeit zu viert verbracht. Schön so gute Freunde zu haben!

Und dann waren wir auf einigen Skitouren:

Cumpadials -> Carvera
Sarah’s Eltern erlaubten uns, nachdem Sarah und Roger wieder heimfuhren, noch ein paar Tage in ihrer Ferienwohnung zu bleiben. Und so starten wir meine erste Skitour diese Saison, mit neuen Skis (Occasion von einer Kollegin übernommen, Merci Anaïs!) gleich vor dem Ferienhaus. Bei bewölktem Himmel gehen wir los. Wenige Meter auf der Strasse um dann bald schon auf die Ski zu wechseln. Basho zieht voller Freude voran und ich gehe tapfer mit. Nach ein paar Hundert Höhenmetern wird der Abstand zwischen uns immer grösser, ich ärgere mich über meine Kondition und verliere mich in einem dermassen Stress, dass sich meine Atmung auch nicht mehr beruhigen kann. Verärgert stampfe ich von einer Atem-hol-Steh-Pause in einem viel zu hohen Tempo los, um nach ein paar Metern wieder stehen zu bleiben. Basho gelingt es auch nicht, mich aus meiner Situation zu holen und so entschliessen wir uns ca. 300 Hm unter dem Gipfel umzukehren. Fazit: 1. keine zu grossen Erwartungen setzen auf der ersten Tour 2. Eigenes Tempo gehen und halten.

Curaglia -> Piz Pazzola
Die zweite Tour startet gleich am nächsten Tag. Das Wetter hält sich wie am Vortag. Nach wenigen Metern auf der Strasse löst sich die obere Schnalle meines Skischuhs und fällt zu Boden. Macht nichts, einmal zurück, Schraube festdrehen und nochmals von vorn. Von gestern spüre ich noch eine Druckstelle am Knöchel die sich bestimmt nicht verbessern wird, aber ich beisse auf die Zähne und sage nichts. Diesmal geht es besser, Basho lässt mich öfters vorne gehen und ich finde in meinen Rhythmus. Als er mir dann von weitem den Gipfel zeigt, bin ich erfreut – es geht nicht mehr lange und die Sonne kommt, so dass wir wohl bei Sonnenschein Pause machen können! Es vergehen noch einige Spitzkehren und dann endlich sind wird da! Also das dachte ich… Falsch! Das ich mitnichten der Gipfel, dieser befindet sich weiter zurückgesetzt nochmals ca. 150 Hm weiter oben. Langsam habe ich Hunger, der Himmel zieht zu und es beginnt zu winden. Mit dieser Erkenntnis und dem Wetterwechsel fällt meine Laune und Motivation rapide. Im Nachhinein wäre es besser gewesen dort umzudrehen. Ab dort wurde die Tour zu einer Tortour, ich hätte eine längere Pause gebraucht, aber das fiese Wetter hielt uns davon ab. Dick eingepackt schlich ich aufwärts, den Sinn in dieser Aktion nicht mehr sehend. Kurz vor dem Gipfel hatte ich genug – alles was ich jetzt noch hochging, musste ich ja schlussendlich auch wieder runterfahren. Ich zog die Felle ab und liess Basho noch alleine hochmarschieren. In der Abfahrt spürte ich dann so richtig meine Oberschenkel: von der Tour gestern gut gebraucht. Dieses Skifahren ist kein Genuss, nur sch* anstrengend!
Fazit: Nie mehr zwei Touren hintereinander

Atzmännig
Nach einigen Tagen Erkältung auskurieren (nach der letzten Skitour hat es uns erwischt) wollen wir endlich wieder etwas anderes draussen machen wie spazieren. In der Zwischenzeit waren wir bei meinen Eltern und haben den Camper flott gemacht, Yoga gemacht, Tee getrunken, gelesen und viele Gespräche mit meiner Familie gehabt.
Das Wetter ist bedeckt, also ungeeignet um zu klettern. Gut hat es geschneit – sogar im «Züri Oberländer Hausgebiet» Atzmännig hat es innerhalb von 2 Tagen mehr als 50 cm Neuschnee gegeben, genug um auf der Skipiste (Saisonende) hochzugehen und Pulverschnee zu fahren. Und weil es so gut war, gleich ein zweites Mal! Zurück zum Parkplatz ist unser Camper eingeschneit, das erste Mal Schnee für ihn 🙂

Brüggler
Es ist schönes Wetter und wir konnten uns nicht recht entscheiden, ob wir auf die Ski (Ich war diese Saison noch nie auf den Ski bei schönem Wetter), oder zum Klettern gehen. Also entschieden wir uns für einen Mix aus Beidem. Die Mehrseillängen am Brüggler können das ganze Jahr durch geklettert werden, der Zustieg liegt um diese Jahreszeit jedoch noch tief im Schnee. Also schultern wir das Klettermaterial und schnallen uns die Ski unter die Füsse, das wird toll bei dem Wetter!
Am Fels sind wir nicht mehr ganz so zuversichtlich. Die Wand ist relativ «flach» und die Grasbüschel und kleinen Büsche werfen durch die relativ hohen Temperaturen immer wieder Schnee und Eisbrocken ab. Wir entscheiden uns gegen den Eisregen und diskutieren die Alternativen. Weit von anderen Klettergebieten entfernt und mitten im Wildschutzgebiet (Skitouren sind nur auf einzelnen eingezeichneten Wegen erlaubt) wird das Kletter-Ski-Abenteuer zu einer Ski-Wanderung mit viel Gepäck… Wenigstens das Wetter stimmt.

Stein SG -> Stockberg
Der Himmel ist bedeckt, aber es sollte trocken bleiben. Eine kurze Skitour (kurz für Basho, angepasst für mich) soll’s werden. Im Toggenburg starten wir bei «Stein» und gehen hoch zum Stockberg. Das Gehen funktioniert super, das Fahren ist für mich jedes Mal wieder eine Challenge – wie soll man, denn da besser werden, wenn der Schnee immer wieder anders ist? Oben teils sogar Pulver und unten zerfahrener ***. Immerhin meine Skills im Ski an- und ausziehen (mit der Pin-Bindung nicht ganz so einfach wie mit einer Rahmenbindung) werden durch die Bach- und Strassenüberquerungen im unteren Teil der Tour immer besser.

Habkern -> Gemmenalphorn
Ein schöner Tag beginnt mit dem Werweisen, ob wir die geplante Tour nun machen, oder doch besser klettern gehen. Für unsere Verhältnisse sind wir früh aufgestanden und nun stehen wir in Habkern vor einem Grashang mit einzelnen Schneeschollen. Basho beschliesst dass er es versuchen möchte und so starten wir etwas genervt von der Diskussion unsere Tour. Das Wetter verzeiht vieles und so bessert sich die Laune zunehmends. Ich bin noch zu wenig gut im Skifahren abseits der Piste um es immer geniessen zu können. In den meisten Fällen empfinde ich es als sehr anstrengend und Stress. Beim Mittagessen mit dem Blick über die ganze Bergkette vom Berner Oberland, mit Sonne im Gesicht und nichts als Natur um uns, denke ich jedoch daran, das Skitouren irgendwann zu mögen.

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Und Klettern?
Das Klettern ist in den letzten Woche etwas auf der Strecke geblieben. Einmal waren wir in der Galerie und haben uns über den «Füdliblutten Fels» ausgelassen, jetzt wo wir uns nur noch gute Qualität gewöhnt sind. Die Kletterei am Brüggler hat ja dann auch nicht stattgefunden und so passte es eigentlich ganz gut, dass Basho mit dem SAC ein 3-Tages-Wochenende in Orvin, Jura geplant hat (findet jährlich statt, normalerweise im Tessin) wo die Mehrheit der Teilnehmer weniger ambitioniert, oder noch nicht lange klettern. Ein sanfter Einstieg ins Klettern also. Auch schön für mich, muss ich mich nicht immer mit Basho vergleichen, sondern bin plötzlich einiges stärker als meine Seilpartner :-).

Und natürlich kamen wir nicht nur des Schnees und der Felsen wegen in die Schweiz. Treffen mit der Familie und Freunden machen diesen Aufenthalt erst vollkommen! Leider können/wollen wir wegen Covid nicht alle treffen, also bitte nicht enttäuscht sein, wenn wir uns nicht bei dir melden!
Danke für deine Freundschaft! Bleib gesund

überraschende Begegnung auf einem Spaziergang mit Nici und Jael

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