Sardinien

Mit Zwischenstopp in Pisa sind wir Richtung Livorno gefahren. Der schiefe Turm ist leider sehr touristisch und in einer absolut langweiligen Landschaft eingebettet – grosser englischer Rasen der nicht betreten werden darf. Auch nach dem Besuch wissen wir noch nicht warum er schief ist, die Tafeln haben dieses Wissen nicht teilen wollen. Pisa ist ansonsten eine hübsche kleine Stadt mit einer verwinkelten Altstadt.

Mit der Nachtfähre Mi – Do sind wir dann nach Sardinien gekommen. Auf dem, wegen Covid geschlossenen Kinderspielplatz, haben wir uns ein hell beleuchtetes Nachtlager erschaffen und nach einer Flasche Rosé mehr oder weniger viel geschlafen.

In Olbia angekommen sind wir auf direktem Weg nach Cala Conone, ein Ort im Osten der Insel am Meer inmitten vieler Kletterspots. Dort haben wir gelernt:

  • In Sardinien ist es grundsätzlich nicht erlaubt frei zu campen. Als Campen gilt aber nur wenn ausserhalb des Fahrzeuges Stühle, Markise, Zelte etc. aufgestellt werden. Solange man in dem Auto bleibt ist eine Übernachtung kein Problem.
  • Die Temperaturen sind verrückt. So haben wir einen halben Tag am Strand verbracht mit Baden im Meer und in Badehosen den Schatten suchend. An anderen Tagen ohne Sonne ist es aber eher kühl.
  • Es gibt da ausserdem oft starken Wind mit Windböen. Die bringen unser Auto (in der Nacht) zum Schaukeln und lassen die Mütze von Basho wegfliegen. Dieser Wind ist für uns noch nicht so berechenbar und macht es schwierig richtig einzuschätzen ob man im Tshirt gehen kann, oder vielleicht doch die Daunenjacke mitnehmen sollte.
  • Klettern ist der Wahnsinn! Wir haben Mehrseillängen im plattigen Kalk mit feinen Leisten aber guter Reibung gemacht, Sportkletterrouten direkt am Meer mit sehr speckigem und salzigem Fels mit guten Griffen, und Überhangskletterei in einer grossen Höhle mit vielen Sinter-Strukturen (Bild unten rechts) und dem Zustieg über einen Klettersteig.
    Was alle bisherigen Kletterspots gemeinsam haben: sie sind in einer unglaublich schönen Landschaft eingebettet! Hier könnten epische Kletter-Fotos entstehen… zu zweit leider etwas schwierig.
  • Gute Kletterfinken sind viel wert! Wir haben den Fehler gemacht und nur je 2 Paar Finken mitgenommen. Bei meinen Tenayas hat sich im scharfen Fels im Oltre Finale ein Loch gebildet. Seither bin ich ,mal mehr und mal weniger intensiv, auf der Suche nach neuen Finken oder einem Schuhmacher der sie wiederbesohlen kann. Mit den Loch-Finken zu klettern macht bei feinen Strukturen wenig Spass, da ein präzises Stehen schwierig ist. Die anderen Finken (La Sportiva Mythos) habe ich für Mehrseillängen mitgenommen, habe aber bemerkt, dass sie absolut nicht für mein Fuss geschaffen sind. Die 6c-MSL mit stehen auf feinen Strukturen im senkrechten Fels habe ich nur mit Tränen ab dem Schmerz und viel Gefluche ab den grossen Hakenabständen, sprich wenig Möglichkeiten die Länge durch hochziehen an Expressen abzukürzen, überstanden..
    In der Schweiz ist es sehr simpel an das Material zu kommen, was man sich wünscht – notfalls online. Unterwegs auf einer Insel gestaltet sich die Suche nach neuen Finken schwer!

Heute möchten wir den „Gola su Gorropu“ besuchen, ein grosser Canyon in dem man klettern kann und sehr sehenswert sein soll. Wir gehen für einmal ohne Ausrüstung, nur zum Schauen.

2 Kommentare zu „Sardinien

  1. 12 Jahre nach der Grundsteinlegung am 9. August 1173, im Jahr 1185, als der Bau bei der dritten Etage angelangt war, begann sich der Turmstumpf in Richtung Südosten zu neigen. Daraufhin ruhte der Bau rund 100 Jahre. Die nächsten vier Stockwerke wurden dann mit einem geringeren Neigungswinkel als dem bereits bestehenden gebaut, um die Schieflage auszugleichen. Danach musste der Bau nochmals unterbrochen werden, bis 1372 auch die Glockenstube vollendet war.

    Der Grund für seine Schieflage liegt in dem Untergrund aus lehmigem Morast und Sand, der sich unter dem Gewicht verformt. Neuesten Ausgrabungen zufolge steht der Turm am Rande einer ehemaligen Insel direkt neben einem antiken, zur Bauzeit bereits versandeten Hafenbecken. Die Schieflage des Turms beträgt nach dem Ende der Sanierungsarbeiten rund vier Grad, entsprechend einer Auslenkung an der Spitze von 3,9 m (bei rund 55,8 m Höhe). Im Inneren des Turmes hängt ein Pendel, das oben in der Mitte befestigt ist und durch die Schieflage unten beinahe die Seitenwand berührt.

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