Zuwachs!

Wir waren etwas schreibfaul, denn es ist viel passiert und wir fanden keine Zeit zum schreiben… Seit einiger Zeit sind wir nicht mehr alleine unterwegs. Nach Barcelona haben wir uns mit Philipp und Nora, zwei Kollegen aus dem Dorf wo ich aufgewachsen bin, getroffen. Sie sind wenige Wochen vor uns aufgebrochen, mit ihrem selbstausgebauten Känguru Toyota Light Ace. Erst sind sie in den Norden, bis es ihnen zu kalt wurde und sich dann entschieden Richtung Süden zu fahren. Schon vor dem Reisen hatten wir uns über unsere Pläne ausgetauscht und darüber gesprochen, dass ein Treffen schön wäre. Während wir in Sardinien weilten, sanken die Temperaturen im Norden und ein Treffen in Spanien wurde absehbar.

Zusammen waren wir erst in der Region Montserrat, wo wir 3 Tage am Fusse des Gebirges verbrachten. Tagsüber am klettern zu dritt oder zu viert (Basho teils am arbeiten) oder am Einkaufen und Pläne schmieden. Das Wetter war mässig und sollte übers Wochenende noch schlechter werden, weswegen wir einen guten Stellplatz für das Wochenende brauchten. Es gilt immer noch das Lockdown-übers-Wochenende-wegfahr-Verbot. So fuhren wir am Freitag nach einer guten Klettersession höher ins Gebirge. Hoch zum Kloster „Monestir de Montserrat“ auf den leeren Carparkplatz (durch die offene Ausfahrtschranke). Den Samstag trotzten wir dem Wetter – spät aufstehen, lesen, Blogschreiben, das Monestir besuchen, sich rechtfertigen („ihr dürft nicht hier sein, geht nach Hause“ – „wir wohnen hier auf dem Parkplatz“ – „ah, hmmm, ok“), Spiele spielen.

Was für eine Freude – zu viert kann man andere Spiele spielen, „The Game“ wird interessanter und vor allem „Tichu“ haben wir für uns entdeckt. Nora und Ich gegen die Jungs. Bisher haben die Jungs immer gewonnen, aber wir geben nicht auf! 😉  Ausserdem gehört ein gemeinsames Kochen und Nachtessen fortan zu unserem Tagesablauf. Da wir etwas mehr Platz haben, findet das in unserer Räumlichkeit (kann man das in Einzahl schreiben?) statt. Es ist etwas eng, aber die Freude über die wohltuende Abwechslung überwiegt!

Monestir de Montserrat ist ein Kloster hoch oben auf dem Berg sitzend. Von grossen Felsen flankiert und einer atemberaubenden Aussicht wäre sie schon ohne Besuch der Räumlichkeiten sehenswert. Es gibt jedoch noch eine sehr sehenswerte Kirche und viele kleine Shops dazu. Wegen Corona war es übers Wochenende praktisch leer. Basho und ich hatten die Kirche, neben zwei Arbeitern und dem Organisten für uns alleine. So konnten wir alles in aller Ruhe betrachten und hatten ein Privat-Konzert erster Klasse, auf der grossen Orgel. Mir wird es jetzt noch warm ums Herz wenn ich an das grosse Spektrum der Töne denke, die leisen schnellen Melodien und die tiefen Bässe die tief in den Körper eindringen. Was für ein Instrument! Was für ein Besuch!

Am Sonntag kam die Sonne! Also raus an den Fels – eine Mehrseillänge soll es sein. Nach etwas Startschwierigkeiten mit den Monestir-Wächtern („ihr dürft nicht hier sein, geht nach Hause“ – „wir wohnen hier auf dem Parkplatz“ – „nein, nur Residents“) und einer darauffolgenden Änderung der Routenwahl weil der Zustieg ca. 100m über das Gelände des Klosters führen würde, machten wir uns los auf ein alpines Abenteuer. Der („El Cavall Bernat“ = Bernat’s Pferd) soll es werden, ein freistehender Turm der wie sein Original-Name („El Carall Bernat“ = Bernat’s Penis) in den Himmel ragt. Der Zustieg von ca. 2h führte anfangs durch einen Wald auf schmalen Pfaden wo man durchaus schon trittfest sein sollte und auch mal für kurze Passagen die Hände zur Hilfe nehmen muss. Weiter oben wurde es dann aber richtig interessant, den Weg zum Wandfuss wir von einem Fix-Seil gebildet, dass quer über eine grosse Steinplatte nach oben führt. Klettergelände. Helm obligatorisch, denn es ist einfach Steinchen loszutreten, die dann ungebremst auf die Personen unter einem fallen. Es ist super spannend, aber der Zustieg gibt einen Vorgeschmack auf dass, was noch kommen sollte. Auf dem Rücken angekommen wo sich der Einstieg für unsere Trad-Route im 4ten Grad befindet, machen wir Mittagspause. Wir befinden uns im alpinen Gelände, das wurde uns im Zustieg klar, bestätigt sich durch die Steinbockfamilie die 10m neben uns auftaucht und uns kurz einen Schrecken einjagt bevor sie davonpreschen, und festigt unseren Eindruck über die Ernsthaftigkeit der Tour wenn wir den Routenverlauf anschauen. Nora und Philipp entscheiden sich, nicht in die Route einzusteigen. Basho und ich diskutieren noch: + wir hatten schon lange keine so ernsthafte Tour mehr + wir sind fit + von der Schwierigkeit sollte es kein Problem sein – in der zweiten Länge ist ein langer Riss der noch nass ist – wir sehen keine Stände und wissen nichts über den Zustand – es ist schon spät. Obwohl wir beide Lust auf ein Abenteuer hätten, entscheiden wir uns schlussendlich dagegen. Der Tag ist fortgeschritten und ein Abstieg im Dunkeln vermutlich unausweichlich. Obwohl wir für den Abstieg einen anderen Weg wählen, bleibt das Gelände alpin und wäre im Dunkeln keine gute Idee… Schade!

Den letzten Tag in Montserrat verbringen wir getrennt, Nora und Philipp machen noch eine MSL, währen Basho und ich hinter dem Monestir verschiedene Klettergärten besuchen. Nicht sonderlich spektakulär. Macht nichts.

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten