Climbers heaven oder Catalonia hat uns gefangen

Cécile hat es ja bereits geschrieben: Barcelona ist eine tolle Stadt und nach unserem Besuch in Montserrat, nur mal eben eine Stunde davon entfernt, bin ich ein wenig in Katalonien verliebt: es gefällt mir da. Da ignoriere ich doch gleich mal, dass es Dinge in Läden mal gibt oder auch nicht, oder die gefühlte Hälfte des Tages Siesta ist 😉 .

Um das ganze ein wenig zu steigern sind wir nach Siurana aufgebrochen: einem der Top Klettergebiete in Europa und auch bekannt als Weinanbaugebiet. Ich schreibe hier Siurana, weil es das grösste Klettergebiet der Region ist, diese heisst aber Montsant.

Doch vom Anfang an: ich hatte noch einen letzten “Pflichtkurs” für dieses Jahr, welchen ich online geben musste. Dazu brauche ich eigentlich nicht viel: Internet und einen stillen Raum (kein stilles Örtchen!) . Nach zwei Versuchen einen Bungalow auf dem Camping zu mieten, welche an Sprache und mangelndem Internet im Bungalow gescheitert waren, habe ich einen lokalen Kletterlehrer um Hilfe gefragt.

Er hat uns Platz auf seiner Finka angeboten, aber gewarnt, dass wir wegen der Zufahrt schauen müssten. So sind wir am Abend von Montserrat der untergehenden Sonne entgegen Richtung Siurana gefahren. Im Dunkeln geht es dann über abgelegene Strassen von Tarragona in die Berge. Die Strassen wären durchaus für Bergrennen mehr wie tauglich. Einfach nicht mit dem Camper 😛 .

So verpassen wir dann gerade mal die Einfahrt zur Finka, finden sie dann aber im 2. Anlauf. Eine Forststrasse, die mit einem normalen Auto okay, oder mit 4×4 schön zu fahren wäre, weckt eine fast schlafende Cécile wieder gehörig auf und erfordert eine(n) Einweiser(in) um bis zur Finka zu kommen.

Oben begrüsst uns Marten und Odin, ein nicht zu klein geratener Wachhund: herzig, aber Hunde-Schulterhöhe auf menschlicher Hüfthöhe machen Küssen für Hunde einfach aber für Cécile ein wenig mühsam (ich war nicht so zu herzen 😥 )… Wir entscheiden, dass unsere beiden Kollegen, die uns ein wenig später folgen, den Weg zur Finka eventuell auslassen sollen.

Der nächste Morgen entlarvt die Finka als wunderschön gelegen – so kann ich von Marten das Internet und einen Wohnwagen nutzen und meinen Kurs geben, während die anderen den Tag geniessen und Beratschlagen was weiter.

Hola auf der Finka!

Wir entscheiden uns, aufgrund des Weges und der Unhandlichkeit von unserem Camper, eine Ferienwohnung zu nehmen – mit Internet, als temporäres Lehrerzimmer für mich. Aber auch, da wir von Marten den Tip bekommen haben, dass die Polizei Auswärtige Camper während des Wochenend-Lockdowns vertreibt (weg, wohin ist egal – eine absurde Regelung, aber so sind die Regeln).

Die Ferienwohnung entpuppt sich als riesen Wohnung mit einigem ungewohnten Luxus: Waschmaschine, warme Dusche, fliessend Wasser, Backofen und viel Platz. Wir werden diesen Luxus in den kommenden Tagen ausgiebig geniessen.

Auf gemütliche Tage in der Temporär-WG

Ich gebe noch zwei Tage meinen Kurs: das Internet ist lausig – Marten hatte mich gewarnt, aber tagsüber bin ich wohl einzige Nutzer (erinnert mich doch an Leulitz 😛 ), so dass es recht gut geht. Währenddessen geniessen die anderen Sonne und Felsen.

So merke ich anfangs nicht viel vom Kletterhotspot, aber vom Dorfleben:
Es gibt verwirrend viele kleine Läden, welche alle mehr oder weniger dasselbe Angebot haben. Mal ist in einem Mehl zu haben, mal im Anderen, mal Gemüse da, mal dort. Ein anderer Rhythmus. Leider sind die lokalen Restaurants alle geschlossen, so dass ich weder am Mittag essen gehen kann, noch wir alle am Abend. Dafür gibt es reichlich einheimische gute Früchte und Gemüse in den paar Läden. Ich freue mich jedenfalls jeden Mittag auf lustige Einkaufsversuche, wobei mir auch mal das halbe Dorf helfen muss, da mein Catalan und Spanisch nicht sooooo gut sind.

Nur am Rand: kein Coci, sondern super Schokimilch 😀

Reichlich angefixt von den Erzählungen der Anderen geniesse ich das Klettern nach dem Kurs doppelt. Die Gegend und Landschaftsszenen sind malerisch, ob mit Nebel und Wolken oder Sonne, der Fels durchweg top (bis jetzt 😀 ) . Ich kann mir gut vorstellen, dass die Gegend normalerweise von Kletter- und Weintouristen “überflutet” wird. Wir haben dementgegen eher unsere Ruhe.

Am Sonntag gibt es einen ganz entspannten Wochenausklang mit Camper-putzen, kochen, backen und einem Spaziergang ums Dorf. Apropos Essen: lokal gibt es unter Anderem oft Avocados, Süsskartoffeln, Mandarine, Orange, Granatapfel, was wir sehr geniessen, da es die bei uns weder so günstig noch regional und saisonal gibt. Wir müssen wohl mal einen Blogeintrag übers Essen schreiben meint Cécile.

Zmittag: Avocado, Zopf, Orange und ein paar Kleinigkeiten

So vergehen ein paar gemütliche Tage, und wir freuen uns nach all diesem Luxus wieder auf unser einfacheres Leben im Camper: nach dem Wochenende heisst es: back on the Road again. Wobei wir erstmal wohl noch in Montsant oder auch Siurana bleiben werden: es gibt noch viel zu entdecken…

Mit wildem Galopp geht’s los!

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