Heute soll es mal vor allem ums Essen gehen, wir haben es schon angekündigt gehabt.
Aber vorher gibt es ein kurzes Update wo wir sind:
Während wir die Felsen um Siurana erkunden, reift der Wunsch mal etwas anderes zu machen. Konkret steht der Wunsch im Raum Mehrseillängen zu Klettern. Um Siurana gibt es meistens Sportkletterrouten verschiedener Länge, aber meistens mit nur einer Seillänge: also bis zum 1. „Stand“ klettern und dann wieder abgelassen werden. Das klassische Sport-Klettern. Bei Mehrseillängen klettert man eben, mehrere dieser Seillängen und kommt so höher. Um Siurana gibt es diese auch, nur maximal 3 – 4 Längen und meistens recht schwer. Wir folgen dem Wunsch und Landen, nach dem blauen Känguru, am Abend in stockdunkler Nacht in der Nähe von Ballaquer (nördlich von Lleida). Auf der Fahrt überlegen wir kurz ob wir ohne Licht fahren könnten und beargwöhnen jedes Auto hinter uns kritisch: wie durch einen Zufall sind wir ganz unerwartet nach dem nächtlichen Shutdown unterwegs.

Die Routen welche wir am Morgen finden sind „wechselhaft“ schön: wir finden eine Route welche Büsche, bröckligen Fels, Zickzack-Linien und das umgehen von gutem Fels praktiziert (ok, die letzte Länge war schön), während Nora und Philipp wohl zwei hübsche einfache Mehrseillängen finden. Aber da es so viel Fels gibt finden wir in den nächsten Tagen noch weitere schöne Längen im Konglomerat (Kiesel eingebacken in Sandstein). Und nachdem wir aus dem Kaltluftloch der ersten 2 Nächte 5 min weiter auf einen anderen Platz verschieben, haben wir auch Abend- und Morgensonne. So werde ich gemütlich schaffen können (Danke Amanox, dass ihr das möglich macht!) und die anderen zusammen klettern. So lässt es sich leben: Sonne, entspannt arbeiten und zum Feierabend noch eine Mehrsseillänge.

Und am Abend kochen wir alle zusammen und feiern den Tag mit einer Runde Tichu.
Genau Essen ist das Thema… Wir versuchen meistens unseren Einkaufsplan nach den regionalen Angeboten zu richten. Je nach Möglichkeit geht es allerdings auch nicht anders: manchmal gibt es nur kleine Läden mit „ausgewähltem“ Angebot. Und ein wenig wählerisch sind wir auch: regionales Weissbrot ist uns zum Beispiel irgendwie nicht soo geheuer und so freuen wir uns doch immer mal wieder über deutsche Discounter. Ansonsten bieten unsere Zielländer viel:
– von gewohntem Gemüse, saisonal und regional: Kartoffel, Zwiebel, Zuchetti, Aubergine und Tomaten gibt es immer
– über (food-saving aus einem verwilderten und aufgegebenen Garten) Tomaten und Gurken unbekannterer Sorten
– hin zu exotischerem Obst und Gemüse wie Granatapfel und Kaki
gibt es viel Auswahl. Kräuter würden wir wohl, ausser Salz und Pfeffer, nicht mehr kaufen: Rosmarin und Thymian sind quasi dauerhafte Begleiter am Wegesrand. Fast so häufig sehen wir immer wieder Feigen (leider ausserhalb Saison mittlerweile), Erdbeerbäume (wieder etwas gelernt) oder Oliven. Wobei letztere in Rohform eher ungeniessbar sind: ich hab es mehrfach probiert…

Hin und wieder gibt es auch mal gewohntes Obst und Gemüse neben dem saisonal Einheimischen. Schliesslich gab es mal alles in Kombination mit Zuchetti, Tomate und Aubergine – Abwechslung mit Älpler Makkroni oder Bratkartoffeln ist dann sehr willkommen.
Spanien hat unseren Speiseplan allerdings wieder etwas erweitert, da Süsskartoffeln, Avocados, Bananen, Kakis, Mandarinen und Granatäpfel mehr oder weniger regional und saisonal erhältlich sind. Da es sonst zu diesen immer noch ein schlechtes Gewissen dazu gibt, geniessen wir es doppelt.







Natürlich gibt es noch viel mehr auf dem Speiseplan: Riesenpilze, Kürbis (Basho findet es gibt schon in Bern im Herbst „nur“ Kürbis), Peperoni, Blumenkohl, und ….
Vielleicht mal eine sehr subjektive Liste je nach Region:
– Norditalien:
Käse, Salami, Kürbis, Zwiebel, Kartoffeln, Reis, Pilze, Tomaten, Aubergine, Weissbrot, Nusskuchen, Chips, Bier
– Norditalien / Mittelmeerküste:
Eigentlich wie Norditalien aber mehr Weissbrot, Oliven, Wein, Artischocken, Gurken, frische Pasta
– Sardinien:
sehr unterschiedlich, ähnlich wie Norditalien, bis hin zu Melonen, Granatäpfel, Orangen, Salat, Oliven 😀 , Fisch, Pasta, Artischocken, feinen Wein, Erdbeerbäume, Kakis
– Katalonien:
Avocados, Bananen, Granatäpfel, Artischocken, Süsskartoffeln, andere Kartoffelsorten, Tomaten, Zuchetti, Aubergine, Mandeln und Haselnüsse, Wein, selten Birnen, Weissbrot, Zuckerkuchen (hart, hält ewig, süss), feine Schockimilch, Mandarinen, Salat, Orangen, Salami, Meeresfrüchte und riesen Schinken (ich werde heimlich einen kaufen und im Camper aufhängen, aber psst!), Erdbeerbäume, Oliven, Kakis

Neben den Zutaten ist die Zubereitung ein anderer wichtiger Punkt: Lasagne, Auflauf oder Pizza fallen aktuell aus (ausser wir sind in einer Ferienwohnung oder gehen Essen), da wir keinen Ofen haben und unser Essen auf 2 Gasflammen zubereitbar sein muss. Und da Abwaschen ein unbeliebter Begleiter ist: mit möglichst wenig Pfannen. Eigentlich wie daheim…
Generell ist unsere Küche sehr zweckmässig eingerichtet: Alles ist mehr oder weniger auf Gewicht optimiert und Platzsparend: z.B. „Babuschka“-Tupperdosen oder Grifflose Bratpfannen.

Was mir sonst beim Einkaufen sehr aufgefallen ist:
Chaitee ist in Italien fast nie aufzutreiben, ansonsten sind in Italien sehr viele „Rohstoffe“ immer da, während in Katalonien viele „vorgefertigte“ Zutaten wie fertige Brühe oder Saussen zu finden sind. Dementsprechend sind „rohe“ Zutaten eher rar: Hefe liess sich bis jetzt nicht auftreiben (die gekaufte Hefe war Backpulver 😉 ), und Rahm oder frische Milch gibt es in den kleinen Läden seltener. Dafür gibt es eine tolle Auswahl an Milchersatzprodukten: Mandelmilch, Nussmilch (mein Favorit bis jetzt), Sojamilch, Hafermilch, Reismilch…
Und so macht Reisen nicht nur hungrig, sondern bildet auch.
Übrigens: wir hatten uns nach dem Ausflug Richtung Lleida mit ein paar Tschechen verabredet, die wir in Siurana getroffen hatten und sind zum Wochenend-Shutdown (dieser prägt unsere Planung recht) auf den Camping nach Siurana zurückgekehrt. Dort gab es immer wieder gemeinsame Aperos, Klettertage und Ausflüge. Nach dem Shutdown wieder wild, ohne Camping, auf einem grossen Parkplatz bei Siurana. Da es aber am Ende der Woche kälter werden soll ziehen wir weiter, Philipp und Nora Richtung Barcelona, Standa und Blanca nach Chulillia bei Valencia und wir: tja, wir jagen noch ein Paket welches DHL vor uns versteckt und bleiben drum noch mal ein Wochenende in der Nähe…



