Hunting Dr. No-parcel

Habt ihr euch schon mal Gedanken gemacht, wie man bestimmte spezielle Dinge beschafft, wenn man auf Reisen ist? Ich meine so Dinge wie Gasadapter (natürlich keine simplen, einfachen Adapter, sondern LPG Gasadapter für deutsche Gasflaschen), oder biologisch abbaubarer WC Zusatz für den Camper. So etwas, dass man im Normalfall easy im grossen Internet kauft. Ihr ahnt es schon, dass kann auf Reisen etwas schwieriger werden. Aber irgendwie sollte es ja gehen.

Soweit der Plan. Das erste Paket kam denn auch vor uns an, wir hatten bei Siurana einen netten und hilfreichen Local (Marten, ein Dresdner 😉 ) gefunden, der uns mehr oder weniger freiwillig seine Adresse zur Verfügung gestellt hatte. So weit so gut.

Fantastischer Fels in Sirunella Centre

Nur das erste Paket war nicht soooo wichtig. Das 2. Paket blieb denn verschollen, obwohl das Tracking es als angekommen anzeigte. Kein Problem, der grosse Gemischtwarenladen ist da einfach unkompliziert – das Paket wird einfach noch mal geschickt. Diesmal zu einer anderen Adresse – unserer Ferienwohnung zu der Zeit. Und was meint ihr?

Nun, es kam natürlich auch nicht an. Die Post hat es nicht zugestellt bittet uns einen neuen Zustelltermin per Telefon zu vereinbaren. Ich scheitere grandios am spanischen Telefonsystem. Cécile kurze Zeit später auch. Nur wie kommen wir zum Paket? Es ist mehr oder weniger kritisch für unseren Gasvorrat. Also auch zum Kochen und damit auch zum Essen! Dank Céciles Idee hilft uns unsere „Vermieterin“ aus. Irgendwie schafft sie es das Paket zu sich kommen zu lassen. Im Nachhinein etwas, ehm, nicht so vertrauenswürdig für die Post, dass man Pakete so einfach umbestellen kann. Andererseits: unsere Problemlösung!

Unterwasserruinen in Margalef

So haben wir bereits 2 von 3 Paketen. Und das 3.? Wir hoffen es wurde inzwischen geliefert. Also treffen wir uns wieder mit Marten, aber das Paket, das ist nicht da… Macht nix, der Abend war trotzdem schön. Ein paar Telefonate mit DHL später ist klar: das Paket wird zu einem Servicepunkt geliefert wo wir es holen können. Eine Mail mit Details wird folgen, man kann noch nicht genau sagen wo dies sein wird. Schliesslich will es DHL noch ein wenig spannend für uns machen, merci!

Wir erwarten mit Spannung die Email. Schliesslich wollen wir langsam weiter in den Süden ziehen und planen unseren Weg gerne über den besuchenswerten DHL Laden. Nur die Mail, die kommt nicht. Das Tracking zeigt aber das Paket nach 2 Tagen als in Auslieferung an. Zu Marten. Eh es dort im Dorf wie üblich irgendwo im Lädeli, Beizli oder sonst wo abgegeben wird müssen wir es abfangen. Das ist der Plan. Also los, jede Minute zählt. Realtime Tracking von Paketen sei Dank.

Realtime. Wir sind da. Das Paket: nicht. Am Abend ist es immer noch Realtime in Auslieferung.

Wir brechen ab und fahren nach unserem Einkauf los. Nicht zu weit, nur fürs Wochenende nach Margalef. Ein weiteres Topklettergebiet ganz in der Nähe von Siurana. Die Fahrt führt uns über fantastisch gewundene Strassen rund um den Nationalpark Montsant bis nach Margalef. Der Haken: wir wollten weiter in den Süden, wie die Zugvögel. Nicht 20 km nach Osten. Denn es soll kalt werden und Regnen. Brrr. Aber ich verbreite gute Hoffnung, dass das Meteo uns doch hold ist. Das ist es auch. So erkunden wir den Stausee, die Blöcke auf dem Parkplatz zum Bouldern und natürlich das Onlinetracking von DHL. Natürlich müssen wir wiedermal anrufen. Und immerhin erfahren wir das unsere Paket jetzt zum Servicepunkt am Placa d‘Iglesia 18 geliefert wird. Super. Gracias. Ehhhhhh, stop, wooo (Spanien als Land gilt als gesetzt)? Eine Mail mit Details soll kommen. Macht sie irgendwann dann auch.

Stausee Pinta Margalef

So können wir nach einem total verregneten Samstag am Sonntag noch Margalef erkunden, weil uns der Lockdown in der aktuellen Gemeinde festhält. Wir finden beide, dass das Klettergebiet Margalef nicht mit Siurana mithalten kann. Vielleicht liegt‘s ja auch am Regen.

So starten wir am Montag von einem fantastischen (nur leicht ausserhalb der Gemeinde liegenden) Übernachtungsplatz neben einer Ruine mit Blick über den Park Montsant Richtung Paket.

Sicht von Lleida bis über den Park Montsant, nur für uns

Den Placa d‘Iglesia finden wir schnell. Den Laden mit Servicepunkt nicht. Ein Parkticket sparen wir uns dabei – es geht ja nur 10 Minuten. Nach anderthalb Stunden kennen wir die halbe Kleinstadt und sind kurz vorm Aufgeben. DHL kennt dort niemand und die Hausnummer 18 auch nicht. Zum Glück fragt eine leicht genervte Cécile eine Pöstlerin. Die weiss Bescheid, auf zum Paket (ein 3x4m Tabakladen) Ich warte so lange am Auto: zum Glück, so kann ich die Busse abwenden, schliesslich geht es ja nur 10 Minuten, beteuere ich. Es geht dann wirklich nur noch 10 weitere Minuten bis der finale Startschuss fällt. Motor starten, Musik an, und los. 5 Minuten später noch mal schnell Einkaufen: dabei ein paar Oliven.

Dr. No-parcel

So brausen wir los Richtung Chulilla. Die Tschechen, die wir in Siurana getroffen haben sind schon da und berichten von warmen Temperaturen und Sonne satt. Die Fahrt zieht sich und wir lassen all die kleineren Klettergebiete, Dörfer am Meer, Flussdeltas und Burgen links liegen. Immer Richtung Valencia. Die Grenze dürfen wir offiziell nicht überqueren. Eine Grenze in Europa. In einem Land. Kennt sicher der eine oder die andere Leserin. Diese Grenze jedoch erweisst sich als harmlos und inexistent. So düsen wir vorbei an Valencia hinauf ins Hinterland, der untergehenden Sonne entgegen. Der Stellplatz Chulilla erweisst sich als halber Campingplatz, einfach ohne Infrastruktur. Wir können ahnen, dass wir im Normalfall nicht mit ein paar Wenigen anderen Kletterern dort stehen würden. Einen Spaziergang durch pitoreske, weisse Chulilla später heisst es Kochen und ab ins Bett. Die Oliven erweisen sich als die besten Oliven die wir bis jetzt hatten (wahrscheinlich auch die billigsten). Unglaublich fein. Wir entscheiden, dass sie 10 Tage Jagd nach DHL, ein paar Stunden Autofahren und einen Berg Nerven absolut Wert waren. So fein! (Ich meine das Ernst!)

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