Felsgötter

Chulilla animiert mich zu ein paar Gedanken über die Felsgötter.

Chulilla, Blick in den Canyon

Wieso? Das Dorf liegt oberhalb eines Canyons, mit Burg auf einer Klippe und fast endlosen Felsen welche steil in den Canyon stürzen. Am Ende des Canyons liegt eine blaue Lagune und am Ende eines jeden Klettertages ein Besuch in der „Klettererbar“.

Klettererbar. Das macht Spass! Und das Essen ist auch super.

Zu viel Kitsch? Die Schweiz ist schon nicht das schlechteste Mass, wenn es um kletterbare Felsen und Berge geht. Aber Spanien ist wirklich überraschend! Es ist schon „almost a crime“ wie ein paar US-Amerikaner schreiben, wie viele gute Klettergebiete Spanien hat.

Die blaue Lagune

Dazu kommen schöne Stellplätze für den Camper, meist „for free“, und unschlagbar kurze Zustiege. Wir werden uns erst wieder an die weiten Zustiege in der Schweiz gewöhnen müssen, und dass nicht jedes Klettergebiet ein paar hundert Routen aller Expositionen, Schwierigkeiten und Stile hat. Aber bis dahin gibt es noch unglaublich viele weitere Gebiete auf der iberischen Halbinsel zu entdecken (zu allem Unglück scheint Portugal nicht besser zu sein 😀 ) .

Und wir hier? Wir pilgern tagsüber in den Canyon zum Klettern, mal mit Nora und Philipp, mal mit Standa und Blanca oder nur zu zweit. Natürlich nicht nur Kletternd, sondern auch mal einen Tag relaxend mit Lesen und Spazieren durchs Dorf mit unserem rot getigertem Fremdenführer, der uns bei der Besichtigung der maurischen Burg auf Schritt und Tritt folgt.

Grittibänz, Glühwein und Gesellschaft

Céciles Geburtstag verbringen wir dann mit Klettern bis uns die Sonne im Stich lässt, Geburtstagskuchen in der besten „Kuchenbar“ des Dorfes und am Abend stossen wir zu 6. im Camper mit selbst gemachtem Glühwein und von Nora und Philipp selbstgebackenem (gibt’s einen Ofen im Bluekangaroo?) Grittibänz auf das Geburtstagskind an.

Unser Stellplatz vor der Fiesta…

Das Dorf hat sich mittlerweile gewandelt: bis vor wenigen Tagen war es nur von ein paar wenigen Einheimischen und Kletterern bevölkert, aufs Wochenende hat sich dies drastisch geändert. Es ist Fiesta: von Freitag bis kommenden Dienstag folgenden Feiertage zu Ehren der Dorfheiligen und spanische Feiertage. So ist das Dorf tagsüber voller Menschen und unseren Stellplatz müssen wir mit einigen neuen Nachbarn teilen.

Stau am Zustieg zum Canyon: vorher menschenleer, jetzt mit Fiesta

Klettern in Chulilla ist übrigens Sportklettern im klassischen Sinn, die Routen durch die Routen sind mit Bohrhaken abgesichert und der sportliche Gedanke, diese Durchzusteigen ohne das Seil zu belasten steht im Vordergrund. Meistens klettern wir hier 1 Seillänge, bis zu einem Umlenker, und lassen uns dann wieder auf den Boden ab. Mehrseillängen sind hingegen selten. Trotzdem kann man schnell mal ein alpines Abenteuer wie wir heute erleben: Nachdem Cécile die Route am 1. Stand in Richtung 2. Seillänge fortgesetzt hatte, gingen ihr kurz vor dem obersten Stand erst die Expressschlingen aus, welche zum Einhängen vom Seil an den Bohrhaken nötig sind, und dann musste sie auch noch selbst abseilen, da unser 80 m Seil nicht lang genug war für die 70 m Route. Dummerweise verhängte sich danach auch noch das Seil, so dass sie wieder 40 m zum Plateau hinaufprusiken musste. Helfen konnte ich ihr von unten nicht wirklich, nicht einmal Gut-zu-Reden war möglich, da der Wind entschieden hatte die Seilenden waagerecht in der Luft fliegen zu lassen

Ein alpines Abenteuer später – kein Zeitpunkt für Fotos!

Obwohl Chulilla eine sehr schöne Entdeckung ist, nicht nur zum Klettern, zieht es uns langsam weiter. Denn nicht nur die Nächte werden kälter, sondern auch die Tage (es hat tagsüber zwischen „heissen“ 18 Grad und Sonne und 10 Grad und Wind) …

Byebye guter Geist von Chulilla

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