Nach dem Regen kommt die Sonne: Wellness in Montanejos

Nachdem wir die letzten ein, zwei Wochen gefühlt ein wenig Pech mit dem Wetter in Andalusien hatten, wollten wir wieder in die Wärme. Die liess sich zum Glück ein wenig im Norden ausmachen, also in Richtung unseres zukünftigen Zwischenziels: den Alpen.

Das Meteo versprach um die 20°C und Sonne und die Quelle super Kletterei und Thermalquellen.

So kommen wir im Dunkeln in Montanejos an. Zum Glück finden wir unseren anvisierten Stellplatz für die Nacht trotzdem. Nicht schlecht gelegen, direkt am Zustieg zu einigen Klettereien, mit einem Bach daneben, nur leider komplett schattig. Aber noch ahnen wir nichts von der uns umgebenden Landschaft.

Am nächsten Morgen ziehen wir los zum Klettern. Es geht entlang einer tief eingeschnittenen Schlucht, immer wieder den Fluss querend entlang von einigen Sektoren. Aber Sonne hat es da unten nicht, so kraxeln wir auf eine Terasse, der Sonne entgegen und begreifen, wie schön unsere Umgebung ist: wild romantisch, mit Fluss, Schlucht, Wald und scheinbar keiner Menschenseele.

Doch nur scheinbar, im Nachbarsektor treffen wir noch ein paar Spanier. Sonst niemand in der ganzen Schlucht. Wir geniessen die Sonne und wunderbare Kletterei und sehen viele weitere mögliche Ziele.

Während der Diskussion beim Nachtessen um das „Was machen wir morgen?“ entdecken wir, dass es noch sehr viele weitere Sektoren geben soll, nicht nur in der schon bekannten Schlucht. Unser Erkundungsdrang ist geweckt. Wir starten am Morgen mit dem Camper, die Batterie dürfte sich über Sonne auch freuen. Nach 5 Minuten fahren stehen wir oberhalb einer weiteren Schlucht. Fast noch schöner: unten liegt ein blau leuchtender Stausee, umgeben von hohen, steilen Wänden.

Ein unglaublich schöner Ort. Das ist klar. Die Kletterei stellt sich ziemlich gut heraus, nur der böige Wind kombiniert mit dem damit gewaltigen Rauschen des Wassers vertreiben uns leider sehr schnell wieder. Heute ist mit dem Wind nichts mit Mehrseillängen. Zum Glück gibt es genügend Sektoren, so dass wir schnell eine windgeschütztere Alternative finden. Leiser, windgeschützter, dafür deutlich buschiger. Aber als ehemaliger Orientierungsläufer finde ich, dass geht schon. Wieder einmal mit deutlichen Kratzspuren an den Beinen erklimmen wir danach die schönen Routen in bombastischem Fels. Risse in steilen Platten, und immer wieder gilt es, scheinbar Griff- und Trittlose Stellen mit feinen Bewegungen und dem Verlagern des Gewichts zu meistern. Super.

Nach dem uns die Sonne im Stich lässt, ziehen wir etwas müde zurück, und entschliessen unser Glück auf dem öffentlichen Parkplatz am Ende des Dorfes zu versuchen. Dieser ist eigentlich für die Besucher der Thermalquellen gedacht und für uns srtengstens verboten: Parkverbot von 22 – 9, Montag bis Sonntag, „No Caravaning“ etc. mahnen etliche Schilder. Aber ein Spanier steht schon da, und wir hoffen auf ein sonniges Plätzchen. Und ihr wisst ja: wer nicht wagt der nicht gewinnt. Von unserem neuen Parkplatz aus wollen wir natürlich auch gleich herausfinden, was es mit den warmen Quellen auf sich hat: der Fluss soll angeblich 25°C warm sein. Ein Test zeigt: warm ist der Fluss, aber sooo warm? Vielleicht etwas weiter oben? Aber bei ein paar Quellen ist es tatsächlich Badewannenwarm. Und eine Badewanne hat man direkt ans Ufer des Flusses gebaut 😉 . Nur Spaziergänger stören die Romantik, so müssen wir bis zum Eindunkeln warten zum romantischen Baden.

Auch in den nächsten Tagen stört uns niemand auf unserem neuen Platz. Mal mehr mal weniger Ausflugsverkehr ist unterwegs und einmal schaut sogar die Polizei vorbei, grüsst aber nur und zieht weiter. Bevor ich wieder mal schaffen muss, wollen wir noch eine Mehrseillänge in Angriff nehmen. Die Sonne leistet uns dabei sehr viel Gesellschaft und bei knapp über 20°C ist es fast schon zu heiss: es ist absolut windstill.

So leiden gegen Ende ein wenig die Füsse in den Kletterfinken, und die Motivation. Die Route ist trotz allem schön: sie ist sehr zugänglich aber in einer deutlich wilderen Wand gelegen, durchaus steil und mit Tiefblicken. Der Fels wechselt zwischen Wandkletterei, Verschneidungskletterei, Rissen, Platten die so scharf sind, dass man den Eindruck hat, die Finken werden gleich zerschnitten und steilen Henkelpassagen: sehr abwechslungsreich. Aus der Entfernung sehen wir kurz eine spanische Seilschaft und sonst nur Geier und Steinböcke.

Auf dem Abstieg erkunden wir noch eine Höhle in der Nähe, aber wir entscheiden, dass sie nicht so eindrücklich ist wie andere Höhlen die wir schon besucht haben. Macht nix, trotzdem ist es einer der schönsten Orte, die wir bis jetzt gesehen haben. Wobei wir wahrscheinlich sehr Glück haben: Sonst ist es wohl schon noch anders: die Hoteldichte im Ort deuten dies an und andere berichten von Reisebussen voller Touristen. Wir geniessen unser Glück einfach.

Entdeckt ihr unsere Beobachter?

Gegen Ende der Woche ist es allerdings etwas verhangen. So wollen wir dies nutzen und weiterziehen. Allerdings nicht ohne noch mal Schwimmen zu gehen. Wie wir herausfinden ist der obere Teil des Baches wirklich sehr warm. Man kann problemlos eine Weile schwimmen, ohne dass es kalt wird. Und wenn Mensch ruhig bleibt kommen unzählige neugierige Fische vorbei. Total verrückt. Fast schon reut es uns diesen Ort zu verlassen, aber die Gunst der Stunde, dass es noch grau verhangen ist müssen wir nutzen. Wer weiss ob wir sonst würden gehen wollen. Und so ziehen wir wieder los…

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