Stadtleben Teil I

Norrköping

Die Tage um Midsommar verbringen wir in Norrköping bei Steffen und seiner Freundin Alina. Zu dritt besichtigen wir Felsritzungen aus der Bronzezeit die nahe in Fussdistanz zu der Wohnung liegen, schlendern durch das sehr sehenswerte Industrieareal von Norrköping und gehen im Systembolaget Alkohol kaufen.

Wie schon in einem früheren Blog geschrieben, wird in Einkaufsläden kein Alkohol verkauft. Dafür muss man in einen Systembolaget, wo die SchwedInnen an den Tagen vor Midsommar lange Warteschlangen in Kauf nehmen.
Zum Midsommar bringt Alina noch einen Freund mit und wir feiern zu fünft mit viel Essen und Trinken. Anstelle der traditionellen Sing- und Tanz-Einlagen spielen wir verschiedene Spiele und machen nach Mitternacht einen Spaziergang an der frischen Luft – hauptsächlich um Steffens Rückenschmerzen zu lindern, aber auch, weil das rumalbern an den Turnstangen auf dem Schulgelände Spass macht.

Der Midsommar (ein Samstag vor/nach der Sonnenwende) wird traditionell mit Familie und Freunden gefeiert. Gegessen werden Frühkartoffeln, Käsekuchen und ein Erdbeerdessert, dazu wird jede Menge Alkohol konsumiert. Zu Kinderlieder wird dann im Kreis um einen Midsommar-Baum getanzt. Das Ganze dauert den ganzen Tag und ist neben Weihnachten das grösste Fest in Schweden.

Am Tag mit dem meisten Regen entschliessen wir uns für eine Wanderung im Norden der Stadt, entlang der Küste (ein Seitenarm der Ostsee ragt bis Norrköping). Eingepackt in Regenjacken und zum Glück auch mit Regenschirmen ausgestattet trotzen wir dem Wetter. Steffen führt uns an Orte mit super Weitsicht – wenn da nur nicht diese Wolken und der Nebel wären…

Auch als wir einen Tag später mit Steffen nach Söderköpping radeln packen wir vorsichtshalber die Regenjacken ein, doch glücklicherweise brauchen wir sie nicht. Der Tag wird wunderbar warm und schön. Die Radtour macht Freude – das haben wir schon lange nicht mehr gemacht. Der Sattel von „meinem Rad“ ist ein Männersattel und schon nach ein paar Kilometern habe ich Schmerzen am Gesäss, den Rückweg werde ich mehr oder weniger stehend fahren. Egal – die Stimmung ist gut. In Söderköpping gibt es ein kleines nettes Dorfzentrum, ein paar Cafés und Restaurants entlang des Götakanals (ein Wasserweg der eine West- Ost-Durchquerung Schwedens ermöglicht) und ein 70m hoher Hügel mit 278 Treppenstufen und einer guten Aussicht über Söderköpping. Mit einem gigantischen Eis aus einer Eisdiele, bei der die Leute normalerweise langes Anstehen in Kauf nehmen, stärken wir uns für den Rückweg.

Jeder Tag in Norrköping beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück mit Steffen, vorzugsweise auf dem Balkon zwischen vielen Peperocini-Pflanzen. Etwas nach dem Morgenessen wäre im generellen eine schöne Zeit für Yoga, um energiegeladen in den Tag zu starten. Basho kann heute sogar Steffen überzeugen es zu versuchen und so machen wir eine Lektion mit Maddy Morrison (Youtube) bevor wir den Tag in Linköpping verbringen werden. In Linköpping gibt es ein Flugzeugmuseum, das wir gratis besichtigen können. Später schauen wir noch Steffens Arbeitsplatz an der Uni und ein nahes Freilichtmuseum an – wobei wir wohl etwas zu spät kommen: die öffentlichen Innenräume sind schon geschlossen, doch auch ein Spaziergang durch die ursprünglichen Häuser ist sehenswert.

Die Zeit in Norrköping, die Zeit mit Steffen, war auf jeden Fall sehr abwechslungsreich und schön. Tack Steffen!

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