So, nach unserem Bigwall Abenteuer (ihr erinnert euch?) brauchten wir mal was anderes, zum Beispiel kleiner Walls. Und natürlich ein paar easy Tage. Also haben wir uns aufgemacht, den Nisser fast zu Umrunden. Der See am Fusse des Haegefjells (fast) ist wahrscheinlich einer der schönsten die wir bis jetzt gesehen haben, riesen gross, Sandstrände, kein salziges Wasser, warm und viele schöne Ort zum stehen ringsum. Hier konnten wir unseren Pausentag mit Ausschlafen, baden im See, Grillen und ein wenig Autofahren gut durchbringen.





So waren wir bereit für eine small Wall zum Klettern. Im Klettergebiet Sundenuten haben wir erst mal das Gebiet erkundet, eine kurze Mehrsseillänge gemacht und: einen Klettersteig (Wandern an ein paar Drahtbügeln und Fixseilen). Langweilig war der Klettersteig nicht, weil noch nicht fertig und man wusste nie ob schon alle Steigbügel fest verankert waren. Unsere Erkenntnis des Tages und wohl auch des ganzen Gebietes und Kletterns bisher: Norwegen hat viele tolle Berge, Felsen und kaum Routen und Kletterer. Wir hatten auf Anhieb ein paar tolle Linien entdeckt, allerdings gab es dort noch keine Routen. So haben wir am nächsten Tag mit den existierenden Routen vorlieb genommen. Ein paar schöne Längen waren dabei und ich konnte mal wieder richtig in einer schweren Route scheitern: ich hatte und werde auch in Zukunft, glaube ich, keine Chance (haben) 😀 .




Nach so viel Sport waren wir bereit für eine weitere Autofahrt – ins Nachbartal, Richtung Westen, ins Setesdal. Dort soll es wieder grosse Wände und tolle Klettergebiete geben. Die Fahrt hat uns den ganzen Tag beschäftigt: es geht vorbei an kühlen Bergseen, Schafen mitten auf der Strasse und teils sogar über unbefestigte Strassen (Kieswege). Dabei überqueren wir ein Hochplateau. Ich bin wieder sehr erstaunt, Norwegen hat eine sehr niedrige Bevölkerungsdichte, aber Ferienhütten und Hüttensiedlungen finden sich immer wieder und lassen das Land sehr zersiedelt wirken. Ich finde es nicht gut, denn leider sind diese Siedlungen oft hässlich und an ökologisch sehr zweifelhaften Orten.




Im Setesdal besuchen wir auf der Durchfahrt noch den grössten Ort des Tales: Valle. Die Gemeinde hat 1 Einwohner pro km2 und ganze 1164 Einwohner, das Dorf selbst wohl eher 100 – 200. Es ist ein sehr touristischer Ort, aber wirklich hübsch. Nach einer Runde durchs Dorf spazieren, rollen wir weiter talabwärts. Wir lassen die grossen Kletter-Wände des Tals hinter uns und stellen uns in die Nähe eines Sportklettergebiets, dass ich gerne sehen will: Urdviki. Doch vorher muss ich zwei Tage arbeiten. Direkt am See, bei sommerlichen Temperaturen vergehen die zwei Tage wie im Flug. Wir bewundern noch die Felswand direkt neben uns: sie sieht toll aus, noch niemand hat sie beklettert und wir kommen beide ins Sinieren was mit einer Bohrmaschine alles möglich wäre dort einzurichten. Nur fehlt es eben nicht nur an dieser, sondern auch an Kletterern.










Nach der Arbeit kommt das Vergnügen und wir besuchen den hochgelobten Klettergarten Urdviki. Der Zustieg geht durch Blaubeeren, Haus-grosse Blöcke (mal links, mal rechts, mal querdrüber, mal halb unten durch) zum Wandfuss der beachtlich steilen Wand. Diese ist allerdings für Granit unerwartet stark strukturiert: es sieht stellenweise so aus als ob Würmer den Fels angefressen hätten und an anderen Stellen könnte Mensch meinen es wäre erstarrter Teig. Die Routen sind kreativ und doch recht schön. Allerdings ist es einer der heissesten Tage, so dass wir nicht zu lange bleiben und am nächsten Tag für den kühlen Vormittag wiederkommen (Merci Cécile fürs sichern 😀 ). Meine Meinung, auch wenn ich nicht die schönste 8a Norwegens versucht hab: wirklich ein toller Klettergarten, vorausgesetzt man klettert souverän 6c und besser.




So ausgearbeitet besuchen wir noch die Warmwasser-Granitplatten-Badi und machen uns mal wieder auf die runden schwarzen Socken des Ays…




Also bleibt auf der Hut, der nächste Blog kommt
unten: Norwegens Sportläden verkaufen auch sehr denkwürdige Dinge…
am 22. Juli vor 10 Jahren waren die schlimmsten Anschläge in der norwegischen Geschichte.
