Kjerag

Unser nächster Stopp ist quasi am Meer. Im Gegensatz zu den südlichen Ländern die wir bereist haben, zeigen sich die Küsten in Skandinavien sehr zerfranst. So sind wir am Lysefjord, ca. 50Km vom offenen Meer entfernt, mitten im Gebirge und gleichzeitig am Meer! Hier hält Norwegen ein besonders schönes Stück Erde für uns bereit.

Schon die Fahrt dorthin lässt uns immer wieder staunend langsamer werden. Welch unglaublich schöne Landschaft!

Für den offiziellen Wanderparkplatz nehmen die Norweger 300 Kronen (30 Euro) pro Tag. Wir sparen uns die Kosten und stehen 3km weiter oben auf einem Kiesplatz – die zusätzlichen Wanderkilometer nehmen wir gerne in Kauf.

Die Wanderung zum Kjeragbolten wird als „anspruchsvolle Tour“ angepriesen; 10 km, ca. 800 m Höhenunterschied, Wanderzeit 6-10 h. Sie ist eines der grossen Highlights von Südnorwegen und wird deshalb auch von einigen Touristen besucht – wir schliessen uns an.

Obwohl einige Wanderer unterwegs zu dem eingeklemmten Felsbrocken sind, kann man gut für sich sein. Der Weg führt über gigantische Steinplatten und wird nur selten kanalisiert, etwa um einige Höhenmeter über eine Treppe zu überwinden.

Der Kjeragbolten ist eine echt gut gelungene Laune der Natur. Eingeklemmt zwischen zwei Felswänden hängt der Riesenkiesel. Die Begehung empfehlen wir nur schwindelfreien und trittsicheren Leute, dahinter, bzw. darunter prangen 1000 m Abgrund. Dieser Abgrund ist das, was uns so sehr fasziniert. 1000 m vertikale Granitwände, die oben im 90° Winkel enden. Dazu eine unglaublich schöne Aussicht auf den Lysefjord. Wie Schwämme saugen wir die Eindrücke auf. Diese Landschaft bietet kein Platz für Alltagssorgen, hier wird das eigene Dasein unwichtig. Hier herrscht die Natur.

Für den Rückweg wählen wir einen kleinen Umweg über den Gipfel, wo ein eisiger Wind geht, vorbei an einem Gletschersee wo wir es uns trotz gemässigter Temperatur nicht nehmen lassen die Füsse zu baden, hinein in ein Seitental mit einer vergleichsweise besänftigender Natur. Durch das Hochmoor führt der Weg zurück, zurück zum Camper.

Vielen Dank Mutter Natur für diese Schönheit!

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