Da die Kletterei an den vertikalen Riesenwänden neben dem Lysefjord für uns doch ein oder zwei Nummern zu gross ist, suchen wir etwas anderes in der Nähe. Wir entscheiden uns für die Kletterei an den «Oltedal Steinene». Auf dem Weg dorthin halten wir bei einem Touristencenter, lassen uns jede Menge Prospekte geben (wir wollten gar nicht so Viele!) und das Wetter für die nächsten Tage erklären. Erleichtert erzählt uns die nette Dame, dass es ab heute Nachmittag endlich wieder regnen soll, die Natur habe es bitternötig. Dann erzählt sie uns noch über ihr Tal (mit 1200 Einwohner), den Tourismus und wie sie Corona erlebten. Sehr nett und zum teil spannend, aber wir wollen los zum klettern bevor der Regen kommt.
Die Oltedal Steinene sind 12m hohe Steinbrocken mitten im Moorgebiet. Wer mit Regenstiefel kommt ist klar im Vorteil. Der Untergrund erinnert an einen meterdicken Schwamm vollgesaugt mit Wasser, verziert mit grünem Moos und langen Gräsern. Wir suchen uns einen Fels aus, suchen einen trockenen Platz für unsere Rucksäcke und trocknen die Füsse bevor wir die Crocs gegen Kletterfinken wechseln. Eine 6a zum aufwärmen solls werden, Basho steigt vor. Nachdem er mehrere Blocks braucht um mit der feinen Struktur fertig zu werden, bin ich ausreichend eingeschüchtert um die Route nur im Toprope zu beklettern. Eine gute Wahl: denn in der Hälfte der Route beginnt es zu regnen. Der Fels wird rutschig und der Chalkbag nass, fluchend ziehe ich mich am Seil nach oben – schnell weg hier.
Auf der anderen Seite des Steines ist die Wand ausreichend überhängend um trocken zu bleiben. Wir versuchen uns hier noch an einer 6b, unten kräftig und oben auf moosigem, bröckeligem Fels aussteigend. Danach habe ich definitiv genug an «Schönheit» gesehen. Basho hängt sich noch in eine 7a, bevor wir dann im Trockenen wieder zum Camper zurückgehen. So richtig lohnend war es nicht… Obwohl, durch das Moor zu waten ist schon ein Erlebnis für sich!
Für den zweiten Regentag besuchen wir Stavanger – mit dem Hauptziel, Wäsche zu waschen. Es gibt einen Waschsalon mit 6 Waschmaschinen und 4 Trocknern. Die Hälfte der Maschinen sind kaputt, aber wir finden gerade noch zwei die unseren Wäscheberg aufnehmen können. Jetzt haben wir 60min Zeit die Stadt anzuschauen.
Stavanger ist in der Tat nicht sonderlich gross. Sie bietet eine hübsche Altstadt, die in wenigen Schritten durchquert ist, zwei Kirchen, einen Hafen und einen Stadtkern mit ein paar Kneipen. In dieser Stunde haben wir alle Sehenswürdigkeiten gesehen und kehren zurück um die Bettwäsche in den Trockner zu geben. Leider sind beide funktionierenden Trockner besetzt. Zum warten hätten wir ganz gerne etwas zu Essen. Es folgt ein Sternlauf – vom Waschsalon zu einem Laden und zurück (ohne Erfolg), da noch nichts frei ist weiter in die andere Richtung und wieder zurück. Jetzt wird etwas frei. Wäsche rein und wieder los – in 40min schliesst der Waschsalon. Es ist wie verhext; wir finden thailändisch, libanesisch, mexikanisch und anderes, bloss kein lokales Essen. Schon auf dem Rückweg (noch 10min bis unsere Wäsche hinter geschlossenen Türen liegen bleibt), sehen wir ein Schild mit einem Brötchen.
Zurück im Camper, mit halbtrockener und nasser Wäsche belegen wir erst mal das frischgebackene Brot (Fisch-Brötchen war aus) mit geräuchertem Lachs. So geht das.
Die Arbeitstage verbringen wir auf einem privaten Stellplatz direkt am See. Dass der See Salzwasser hat, bemerkt Basho erst, als er, zum sich waschen, schon mittendrin ist. Um das Salz abzuwaschen, darf die Badehose deshalb gleich draussen im Regen hängen bleiben. Die trockenen Plätze unter der Markise sind eh schon mit der ganzen Wäsche behängt. Am Abend können wir gerade noch genug Platz zwischen den Wäscheleinen schaffen, um draussen im Trocken zu essen.








