Für die letzten Tage in Norwegen haben wir noch einiges auf dem Radar. Nachdem wir beim letzten Gletscher nur unten durchgefahren sind, wollen wir nun doch noch einen von Nah sehen! Vom Parkplatz auf 250 müM. schlängelt sich ein Trampelpfad steil den Wald hoch. Oberhalb des Waldes, mit gutem Ausblick ins Tal führt der Weg dann noch leicht ansteigend einige km weiter bis zum Gletscher auf 1500 müM. Wo im Wald die Luft noch schwül war, bläst hier ein fieser Wind. In Sichtweite des Eises entscheiden wir, den Weg zur Gletscherzunge zu verlassen und querbergein direkt auf den Gletscher zu halten. Nur noch über 2 Hügel und dann sind wir da…

Leider wird der Himmel über uns immer dunkler, weshalb wir die Zeit auf dem Gletscher kürzen (ohne den höchsten Punkt zu erreichen) und den eindrücklichen Ort bald wieder verlassen um genügend Zeit für den Abstieg zu haben. Wir wollen ein Steinmännchen gesehen haben (das sind normalerweise Wegweiser), doch als wir es erreichen fehlt jede Spur von weiteren Wegweisern: es steht einsam auf einem Gipfel.
Da wir keine exakte Karte haben und es keinen ersichtlichen Weg gibt, nimmt der Abstieg Zeit in Anspruch. Nachdem wir ein Couloir wieder hochsteigen, weil wir an einer Stelle nicht mehr weiterkommen, finden wir ein Couloir, dass machbar ist und wir kommen heil unten an. Auf der Suche nach dem Weg flüchtet eine Herde von Schafen vor uns her (anstelle einfach zur Seite zu gehen), durchwaten wir einen Bach und gehen dann gleich barfuss etwas weiter. Just nachdem wir wieder auf dem Weg sind beginnt es zu tropfen und mit dem Blick zum Himmel ziehen wir die Regenjacken an und lassen unsere Schritte schneller werden. Das hellgrau hat ins dunkelgraue gewechselt und Basho ist sich sicher, dass bald der Himmel über uns zusammenbrechen wird. Also los durch den Regen der horizontal vom kräftig blasenden Wind getrieben wird, das nun leicht absteigende Plateau zurück und auf den steilen Weg den Wald hinab. Der Schlussspurt ist eine Qual, meine Knie schmerzen und ich bin froh als wir endlich wieder beim Camper sind. Dem grossen Regenguss sind wir entkommen und sobald wir geduscht sind und alles wieder getrocknet ist, bleibt nur noch die Erinnerung an einen schönen Tag mit einer echt lohnenden Tour!

















Der Weg nach Oslo ist zu weit um noch am Abend alles zu fahren und so teilen wir die Fahrt auf und stehen am Tag darauf um ca. 15 Uhr vor dem Auto, bereit in die Stadt zu gehen. Geparkt haben wir etwas oberhalb der Stadt vor einem Campingplatz und etwas weiter vorne bietet sich uns ein guter Blick über Oslo.

Oslo selber lernen wir als hochmoderne Stadt kennen, mit schöner Architektur, netten autofreien Zonen und Plätzen zum verweilen. Von der «akershus festning», einer Burg gönnen wir uns einen Blick über das Hafenareal, durchqueren einen Park mit lauter weiblichen Steinskulpturen und kommen auf der Suche nach etwas zu Essen an schwimmenden Saunas und gut aussehenden Cafés vorbei. Überall finden wir Kunst, wie etwa die vielen halbVogel-halbMensch-Figuren. Vielleicht, weil das Kernzentrum der Stadt nicht so gross ist, oder weil wir von der Autofahrt und der Tour gestern etwas müde sind, reicht uns der Nachmittag für die Stadtbesichtigung und noch vor 20 Uhr sind wir zurück beim Auto. Unser Fazit: Wenn Mensch genügend Geld hat um sich im Zentrum etwas zu leisten, bietet die Stadt Oslo bestimmt ein hübsches, behütetes und modernes Zuhause.


















Zum Abschluss von unserer Reise durch Norwegen wollen wir noch einmal klettern! Dafür «besteigen» wir den Hausberg von Oslo und gehen zu den Klettergärten rund um den See Hauktjern. Hier wird sowohl Trad als auch Sport geklettert, das Niveau von mässig bis sau-schwer. Uns gefällt das Ambiente mit dem See. Bei manchen Sektoren ist kein Wandfuss da, die Routen beginnen im Wasser – nach etwas Rätselei beschliessen wir, dass es sich um ein Wintergebiet handeln muss, wo die sichernde Person auf dem Eis steht. Die Kletterei würden wir insgesamt nicht als überragend bezeichnen, aber wenn man in Oslo wohnt durchaus cool um am Feierabend noch klettern zu gehen. Für uns war es auf jeden Fall ein schöner Abschluss…



Wir haben den Süden von Norwegen bereist und würden gerne noch eine ganze Weile in diesem wunderschönen Land verbringen. Leider sollten wir aber an eine Rückkehr denken und werden eine Reise durch den Norden von Norwegen auf ein anderes mal verschieben.
Traurig verabschieden wir uns
Tschüss Norwegen
Vielen Dank durften wir hier sein