Unser Weg in den Süden führt wieder über Schweden. Was wir damals zugunsten von Norwegen ausgelassen haben, wollen wir nun nachholen; Bohuslän ist bekannt für seine Trad-Kletterei. Leider hat sich das Wetter unterwegs verschlechtert und als wir am Morgen im Gebiet aufwachen regnet es. Ohne Klettermaterial gehen wir die 3 min zu Fuss zum Fels und bedauern sogleich, dass wir nicht klettern können. Es zeigen sich wunderschöne Risse und guter Fels, doch durch den Regen wird der Fels super glatt und da wir im Wald sind, wird es lange dauern bis es wieder abtrocknet. So entschliessen wir uns etwas weiter zu fahren, an einen schönen Platz am Fjord und dort schon Zeit mit etwas Arbeit zu verbringen – am nächsten Tag (ein Arbeitstag) soll das Wetter etwas besser sein und wir hoffen am Nachmittag doch klettern gehen zu können.






Wie geplant können wir am nächsten Nachmittag klettern gehen. Wir entscheiden uns für das Gebiet Galgeberget Västveggen, das hinter einer Kuhweide liegt und die Möglichkeit hatte von der Sonne getrocknet zu werden.
Hier wird es international, neben unserem Camper stehen Deutsche, Norweger und Österreicher. Es wird traditionell geklettert, es gibt keine Haken und zum Abseilen müssen Reepschnüre an Bäumen reichen. Wir klettern vier Routen und finden echt Spass daran – schöne Linien in gutem Fels!
Schade dass das Wetter am nächsten Tag wieder mässig sein soll, eine Fortsetzung wäre cool gewesen. Als Bashos Handy klingelt, kommt die passende Wendung; Bashos Cousine lebt nicht weit von hier und lädt uns zu sich ein. So klettern wir bis zum Sonnenuntergang und fahren dann ein Stück in ihre Richtung. Wir haben uns morgen zum Mittagessen bei ihr verabredet


Bei Victoria und Henrik werden wir sogleich in ihr Cottage einquartiert. Nach dem Mittagessen arbeiten wir noch etwas (ich schrieb den vorletzten Blog) und bekommen dann eine Führung über ihr Anwesen. Überall gibt es kleinere Baustellen und wir sind erstaunt als sie uns erklären, was sie alles selbst gemacht haben und was noch zu tun ist. Da kann gar keine Langeweile aufkommen!
Zum Abendessen werden wir überrascht; Victoria hat spontan ihre Schwester mit der Familie und ihre Tochter eingeladen. Das Wetter spielt auch schön mit und wir können draussen einen gemütlichen Abend verbringen. Auch als die Gäste schon lange weg sind, bleiben wir noch sitzen und reden über Gott und die Welt.

Als Victoria fragt was wir am nächsten Tag machen wollen, antworte ich zum Spass: einen Elch suchen. Wir haben in den ca. 2 Monaten Skandinavien echt vieles gesehen, doch die Elche sind uns nur auf Strassentafeln begegnet. Da in dieser Gegend durchaus die Chance besteht einen Elche zu sehen (was wir um diese Jahreszeit nicht erwartet hätten), reagiert Victoria anders als erwartet. Nach einem Telefonat mit einer Bekannten weiss sie wo die beste Chance besteht und wir setzen uns zu viert ins Auto und fahren los. Anscheinend reagieren Elche bei menschlichen Geräuschen scheu und verschwinden, doch den Lärm eines Autos können sie nicht einordnen. Es sei sogar möglich neben einen Elch zu fahren, den Motor laufen zu lassen und dann auszusteigen um näher heran zu gehen.
Leider haben wir nicht so viel Glück und sehen keine Tiere – wir sind zur falschen Tageszeit da und es hat vermutlich auch zu viele Spaziergänger im Wald. Dafür sehen wir 900 -jährige Bäume und einen hübschen Wasserfall. Zurück beim Haus, essen wir noch etwas und bevor wir uns verabschieden, bekommen wir noch Henriks Koffer-Grammophon vorgeführt, dass er zu seinem Oldtimer gekauft hat. Ganz schön laut und stylisch dieses Gerät!
Ein schöner Besuch war das! …und vielleicht haben wir beim nächsten Besuch mehr Glück mit den Elchen.


Noch am gleichen Tag fahren wir bis auf einen Parkplatz kurz vor Malmö. Hier geht ein rauer Wind vom Meer und wir erhaschen einen Blick auf die Oresund-Brücke und Dänemark. Morgen wollen wir einen Antigentest machen und dann nach Dänemark.