Berlin

Nach den letzten Tagen mit viel Fahrerei freuen wir uns 2-3 Tage bei Bashos Tante Beate und ihrem Mann Micha in Zeuthen bleiben zu können. Den Camper parken wir direkt neben dem Haus und bei einem Weg von ca. 5 m vom Auto zur Haustür entschliessen wir uns kurzerhand im Camper zu schlafen. Die Vorzüge vom Eigenheim kombiniert mit den Annehmlichkeiten von einem Haus – perfekt!

Die Tage fliegen vorbei und aus 2-3 Tagen wird eine ganze Woche, wo wir:

  • mit Beate und Micha das Spiel «Tichu» beibringen und über 3 Abende verteilt spielen
  • eine Privat-Führung durch das Bötzow-Areal bekommen. Die Geschichte der alten Brauerei ist super spannend und die alten Keller-Röhren wo gebraut wurde, das Bier gelagert wurde und die Pferde standen, werden aktuell umgebaut und zum Teil jetzt schon anderweitig genutzt. In ein paar Jahren werden hier voraussichtlich ein grosser Biergarten, ein Fitnesscenter und ein Wellnessbereich entstehen. Gut gefällt uns, dass das Flair von der damaligen Zeit so oft wie möglich beibehalten werden soll. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen und uns das anschauen!
  • in Berlin am Bunker klettern gehen. Das erste Mal schauen wir uns den «kleinen Bunker» an, eine ca. 6m hohe Wand mit ca. 8 Routen im unteren bis mittleren Schwierigkeitsgrad. Nach einer Stunde befindet Basho seine neuen Kletterfinken für gut und wir verlassen den Spielplatz zugunsten eines gemeinsamen Nachtessen mit unseren Gastgebern wieder. Das zweite Mal klettern wir im Hauptsektor an höheren und vor allem schwierigeren Betonwänden. Leider habe ich vergessen das Chalk einzupacken und die Löcher im Beton werden umso rutschiger. Bestimmt ein gutes Trainingsgebiet, doch nach der langen Kletterpause echt hart!
  • Chrissi, eine Freundin von Basho aus dem Kletterverein Berlin treffen. Gemeinsam schlendern wir durch den Prenzlauer Berg Kiez, gehen Schawarma essen, auf ein Dessert-Getränk zum Mexikaner und auf ein Bier ins Bötzowareal. Auf Schaukel-Bänken, die ich sofort mit nach Hause nehmen würde, lassen wir den Abend in die Nacht übergleiten. Kurz nach Mitternacht verabschieden wir uns von Chrissi und beschliessen kurzerhand den Umweg über die Warschauer Brücke und Schlessischen Tor zu machen. In der Bäckerei am Schlessischen Tor gönnen wir uns eine leckere Mitternachtsverpflegung und spazieren zwischen Clubs, Bars und Unmengen von Leuten zum Bahnhof. Auch hier scheint Covid kaum stattzufinden.
  • mit Caro Yoga machen. Caro ist die ersten Tage unseres Besuches auch in Zeuthen und schliesst sich uns einer Yoga-Session im Garten an. Unter dem Apfelbaum im Gras mit der Anleitung von Mady Morrison versuchen wir den leicht unebenen Boden und die Ameisen zu ignorieren und geben unser Bestes.
  • Kuchen essen mit Oma Renate, ihrem Lebenspartner Edgar, Beate und Micha. Renate und Edgar sind auf dem Weg an die Ostsee und machen einen Zwischenstopp in Zeuthen. Während die vier sich am Nachmittag mit Edgars Sohn und dessen Familie trifft, fährt uns Micha nach Potsdam wo wir mit den Fahrrädern die Stadt besichtigen. Eine super Idee von Beate!
    Leider ist gerade die «Schlössernacht», weshalb der Park Sanssouci gesperrt ist. Aber auch so sehen wir viele prunkvolle Gebäude und schöne Gegenden wie etwa das holländische Viertel. Zum Glück durften wir die Fahrräder ausleihen, so wird es uns möglich innerhalb von wenigen Stunden einen groben Überblick über die Stadt und die umliegenden Schlösser zu erhalten. Interessant wie sich nach einer Weile ein «ach schon wieder ein Schloss, gähn» einstellen kann. Kleinere hübsche Gebäude die in Potsdam in der Masse untergehen, würden in einer anderen Umgebung viel Aufmerksamkeit ernten!
    Die erhabene Stadt lässt an diesem Tag jedoch auch die Ausläufer von Berlin spüren. Wo Micha uns absetzt, findet ein grosses Konzert/Party statt und wer kein Ticket hat, trifft sich nebenan auf einer Wiese zum saufen, leere Flaschen ins Gras werfen und zu Musik aus einer halbprofessionellen Anlage zu schaukeln. Glücklicherweise schaffen wir es die Scherben auf der Strasse zu umfahren, so dass wir die Räder am Ende des Tages ohne platte Reifen wieder auf den Fahrradständer laden können.
  • eine Slackline im Garten spannen und bevor der Regen einsetzt sich sowohl Beate als auch Micha daran versuchen. Im Gegenzug zeigt mir Beate was sie im Poi-Kurs gelernt hat und ich versuche mich an einfachen Grundmustern. Gar nicht so einfach die Koordination zwischen links und rechts…
  • wir Anna, Bashos Tante treffen. Wir treffen sie im Haus der Kulturen der Welt im politischen Zentrum Berlins zum frühen Nachtessen. Für sie und Basho gibt es je ein grosses Schnitzel und ich bestelle mir Gnocci mit Rote Beete und einer super leckeren Füllung. Später schlendern wir durch den Regen zu dem Café wo es den besten Kaiserschmarren geben soll. Ohne Vergleich mit Anderen, ist es für uns auf jeden Fall der beste Kaiserschmarren in Berlin! Da wir nicht geimpft sind, dürfen wir jedoch nicht ins Warme sitzen und als es draussen (unter der Markise) langsam kalt wird, entschliessen wir uns die wenige Meter zu Annas Stiftung (Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur) zu gehen. Wir kriegen eine exklusive Führung durch die Räumlichkeiten, das neuste Buch von Anna und später bei ihr zuhause einen wärmenden Tee um den Tag trotz anhaltendem Regen warm und nett abzurunden.
  • beim Imbiss „Zur Bratpfanne“ die beste Currywurst in Berlin testen.
    (Tipp von Anna)
  • ich von Beate gefragt werde, ob ich ihren Arbeitsplatz besuchen möchte. Sie ist, wie ich auch, Physiotherapeutin in der Neurologie, arbeitet im Gegensatz zu mir jedoch mit Kindern. So fahre ich am morgen mit ihr zur Arbeit und darf da bei zwei interessanten Fällen dabei sein. Obwohl wir im Grundsatz das Gleiche machen, unterscheidet sich Beates Arbeit sehr stark zu der Arbeit die ich kenne. Auch wenn mir die Arbeit mit Kindern grundsätzlich Spass machen könnte, schätze ich die Kommunikation direkt mit dem Patienten sehr. Während ich das Therapieziel gemeinsam mit «meinen Klienten» bestimmen und deren Einsatz einfordern kann, läuft bei Kindern das Meiste über die Eltern ab. Dankbar für den Einblick fahre ich um die Mittagszeit zurück nach Zeuthen, Beates wird den Nachmittag in einer interdisziplinären Besprechung verbringen, wo es um das eine Kind geht. Da kann ich mich um meine eigene Arbeit kümmern – mein Plan wäre, ab Oktober wieder zu arbeiten…

Wir hatten eine wunderbare Zeit in Berlin. Vielen herzlichen Dank an Beate und Micha, die uns diese Tage ermöglicht haben!

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten