Was, schon ein Jahr?

Nach Berlin fahren wir auf dem direkten Weg nach Leulitz zu Bashos Eltern. Dort geben wir unser «Ay» in die Autowerkstatt von einem Familienfreund für einen Öl-Wechsel.
Die Tage sind regnerisch und wir haben Glück, dass wir wenigstens an einem Tag etwas klettern gehen können. Das Gebiet in den Hohburger Bergen wählen wir, da hier die Wahrscheinlichkeit für trockenen Fels gross ist. Wir sollten recht behalten; der Fels ist komplett trocken. Ab der Hitze sind wir jedoch etwas überrascht – schon nach wenigen Minuten sind wir froh, wenn sich mal wieder eine Wolke über die Sonne schiebt!
Weitere Tage verbringen wir mit Arbeiten, einem Besuch bei André und Sven, Apfelmus herstellen, Yoga machen und die Gesellschaft von Bashos Eltern und der Nachbarskatze geniessen.

Ausgestattet mit einem grossen Kürbis, selbstgebrautem «Ingwerer« von Kerstin und einigen Sachen für Per fahren wir weiter nach Bayreuth.

Mit Bashos Bruder verbringen wir zwei Tage. Wir spazieren zu einen Heilsarmee-Laden, um eine Deckenleuchte abzugeben und kommen mit einem «Exit-Spiel» zurück. Die Deckenleuchte wollten sie nicht, dafür haben wir eine Beschäftigung für den späten Nachmittag, während es draussen wieder einmal regnet. Obwohl wir ein Spiel für Einsteiger erwischt haben, hält es Per und mich mehrere Stunden auf Trab (deutlich länger als erwartet). Basho hat weniger Spass daran und lässt uns die Hauptarbeit alleine machen. Im Allgemeinen scheint das miese Wetter und der daraus resultierende Kletter-Entzug sich auf seine Stimmung zu drücken. Dieses Phänomen kenne ich sonst mehr von mir. Nur gut hatten wir im letzten Jahr so viele Sonnenstunden!

Auch die Entscheidungsfreudigkeit leidet darunter – am nächsten Tag brauchen wir eine ganze Weile bis wir unser Tagesprogramm zusammengestellt haben. Mit Per besuchen wir den Wallfahrtsort Gössweinstein, erkunden die Burg und die Kirche, gehen ein Stück im steinernen Garten und gönnen uns einen Snack in der Bäckerei. Trotz Regen wird es ein hübscher Ausflug, wo wir sogar ein kleines bisschen wandern: nach Gössweinstein fahren wir ein Stück bis Pottenstein und gehen dort den «Bergwanderweg (betreten auf eigene Gefahr!)», hoch auf einen Felsturm, das Wahrzeichen von Pottenstein.

Gössweinstein:

Pottenstein:

Am Montag macht sich Per wieder an die Arbeit und wir ziehen weiter. Wir wollen endlich mal wieder klettern! Das Wetter ist noch immer mässig und so brauchen wir eine Weile um einen Ort zu finden, der auf dem Weg liegt und trocken sein könnte. In der Nähe von Pottenstein finden wir einen kleinen Klettergarten mit Überhang – es gibt etwa drei Routen, die nicht nass sind. «Immerhin» denken wir uns und verbringen den Nachmittag da. Leider sind auch diese Routen teilweise nass und echt rutschig, sodass mir bald der Spass daran vergeht.
Für den nächsten Tag suchen wir uns deshalb ein anderes Gebiet. Ganz in der Nähe, direkt vor und hinter einem Campingplatz finden wir zwei ganz passable Wände. Die Kletterei ist anspruchsvoll, aber teilweise echt gut. Schon viel zu lange ist es her, dass wir einen ganzen Tag klettern konnten. Das ist auch der Grund, dass wir erst spät aufbrechen, weiter Richtung Bad Waldsee und erst um Mitternacht beim Hymer Center ankommen.

Seit wir den Camper haben, ist die Rückfahrkamera defekt. Da wir noch Garantie haben, lassen wir sie bei der Hymer-Werkstatt Bad Waldsee reparieren. Damit schliessen wir ein leidiges Kapitel an Versuchen eine Werkstatt zu finden, die das macht. So oft schon wurden wir abgewehrt, da die Werkstätten zu viel Arbeit haben und keine Neukunden aufnehmen möchten. Ausserdem lassen wir hier auch eine Dichtigkeitsprüfung machen, um die Garantie zu verlängern.
Um 8 Uhr ist unser Termin (es wird also eine kurze Nacht) und am späten Nachmittag können wir den Camper wieder abholen. Währenddessen gehen wir Richtung Städtchen Bad Waldsee. Wir suchen uns ein nettes Plätzchen in der Sonne, Basho arbeitet und ich lese. Später gehen wir durch das Städtchen und suchen uns ein Café. Unser Eindruck von hier: Ein sehr hübsches Städtchen, perfekt für ältere Leute mit Rollator, Rollstuhl etc. Es ist alles ebenerdig konstruiert, es gibt keinen Verkehr und der Rhythmus der Stadt ist sehr gemütlich.

Mit einer funktionierenden Rückfahrkamera fahren wir am Abend los in die Schweiz. Es ist der 1.September 2021 – genau vor einem Jahr haben wir unser Zimmer untervermietet und sind ins Ay gezogen. Unglaublich wie schnell die Zeit geht…

…und zurück kommen wir mit einem grossen Rucksack voller schönen Erinnerungen und wertvollen Erfahrungen!

Auf der Strecke gelassen haben wir einige Kletterfinken, Zustiegsschuhe, zwei Seile, einen Rucksack, zwei Kletterhosen von mir und Bashos Pullover.

würden wir es wieder machen?
Auf jeden Fall!
Wann? Basho: „Jetzt! …Okay :'(“

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Schön dass ihr dabei wart!
Und ein grosses Dankeschön an Alle, die unsere Reise so möglich gemacht haben: Carina & Peter, Erich, Kerstin & Jan, Per, Beate & Micha, Steffen, Sabine & Detlef, Renate, Gini, Victoria & Henrik, Nora & Philipp, Amanox & Kollegen, SBB & Kollegen, unsere super WG (Michéle, Husi, Dave und Lioba) und viele viele mehr!
Merci euch allen.

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