Kullaberg ist ein „Zipfel“ an der Westküste Schwedens, der zum grössten Teil von einem Naturreservat belegt ist. Wir sind hier, wer kann sichs denken, zum klettern! Die Küste ist steinig, felsig und wunderschön!
Unser Ay steht auf einem grossen Parkplatz mit einem Wohnwagen-Durchgestrichen-Schild. Wir nehmen an, dass es auch für Camper gelten wird und ziehen für die Nacht deshalb in unser Zelt auf den angrenzenden Wiesenabschnitt wo 8 Zelte legal stehen dürfen. Dem Camper verpasse ich ein Schild „Sleeping in a tent“, für allfällige Polizei-Besuche. Nach einer Nacht im Zelt weiss ich unser sehr bequemes Bett und die abdunkelbaren Fenster zu schätzen!
Zum Klettern erwerben wir im kleinen Museum einen Kletterführer für ganze 25kr (für Euro :10 rechnen, etwa)! Dieser bringt uns an schöne Spots direkt am Meer. Hier wird vor allem traditionell geklettert und man kann froh sein, wenn es einen Stand hat. Da man meist problemlos nach oben wandern kann, werden die Routen unterhalb eines Standes dementsprechend viel im Toprope geklettert. So ganz erschliesst sich uns dieses Konzept noch nicht; ohne die Möglichkeit zum Sportklettern müssen Anfänger sogleich vom Toprope aufs Trad-Klettern umsteigen…















Als wir zurückkommen hat sich das Bild vom Parkplatz drastisch verändert. Auf dem Parkplatz hat es nicht markant mehr Autos, dafür stehen einige Autos mitten auf der Wiese, gleich neben einem Zelt, oder neben den spielenden Kindern (ja nicht zu weit gehen müssen). Auch ein Camper hat sich mitten auf die Wiese gestellt, mit Keilen unter den Rädern und Stühlen vor dem Auto. Ob so einer Respektlosigkeit vor dem Platz und den Regeln sind wir echt baff. Leider sind wieder viele Migranten unter diesen Leuten. Wir würden uns beide politisch eher links zuordnen, doch wer solche Szenen miterlebt kann sich vorstellen, wie sich rechte Gedanken bilden. Da die Polizei heute mindestens 6 Camper und 4 illegale Zelte wegschicken müsste, entscheiden wir uns unser Zelt abzubrechen und wieder im Camper zu übernachten.
Insgesamt sind wir 3 Tage dort. Am Abend vom zweiten Klettertag nutzen wir eine der super eingerichteten Grillstellen um „schwedische Cervelats“, gefüllte Pilze und gegrillten Tofu zu machen. Um 22 Uhr traben wir zu den Klippen um den Sonnenuntergang über dem Meer zu beobachten. Schööön!
Am dritten Tag schnappen wir uns zwei Müllbeutel, ziehen der Küste entlang und sammeln alles Mögliche auf. Von leeren und vollen Bierdosen, über Zigarettenstummel, Plastikteilchen bis zu grossen Kartonschachteln. Mit der richtigen Einstellung macht das Abfallsuchen sogar ein bisschen Spass – wie eine Schnitzeljagd mit gutem Zweck. Die Pause geniessen wir in meiner Hängematte mit bombastischer Aussicht. Die Natur hier ist wunderschön und ohne Abfall noch viel schöner!














Eindrücke Schweden Teil 2:
- wir haben noch nie so viele freilaufende Hasen gesichtet wie in den letzten 3 Wochen. Wie auch die Rehe hier bleiben sie oftmals zuerst stehen und schauen, bevor sie dann weghüpfen. Ausserdem haben wir hier schon freilaufende Fasane gesichtet.
- Schweden kümmern sich nicht gross um Regen. Wenn es zu regnen beginnt und es spannt jemand den Regenschirm auf oder steht unter ein Dach, ist die Wahrscheinlichkeit gross dass es ein Tourist ist.
- Zu den mühsamen Insekten in Schweden sind neben Mücken und Zecken noch ganz kleine Fliegen dazugekommen, die einem lustig ins Gesicht sitzen und kleine rote Flecken hinterlassen.